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Augustsammlng der Caritas
Lindern Sie den Hunger von Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Die Caritas hilft Menschen in Not und bei Katastrophen weltweit.
Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung dieser Arbeit! Helfen Sie uns helfen!!
Kennwort: "Augustsammlung" PSK BLZ 60.000/ 1.500.444 Sbg. Sparkasse BLZ 20.404/ 11.049 RVS BLZ 35.000/ 41.533
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18.000 Kinder sterben jeden Tag an – nichts
Sie sterben, weil sie nichts zu essen und nichts zu trinken haben. Sie sterben an Mangel in einer Überfluss-Welt. Die Ursachen sind vielfältig und oft sehr komplex. Aber überwiegend ist Hunger Folge menschlichen Fehlverhaltens.
Daten und Fakten: Hunger in der Welt Hunger ist der körperliche Zustand bei Nahrungsmangel und bedeutet chronische Unterernährung.
- Täglich sterben 18. 000 Kinder an Hunger und seinen Folgen. Mehr als die Hälfte aller Todesfälle bei Kinder könnten durch mehr und bessere Ernährung vermieden werden. Durchfall, Lungenentzündung, Malaria und Masern gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Die meisten würden nicht daran sterben, wenn ihr Körper und ihr Immunsystem nicht durch Hunger und Unterernährung völlig geschwächt wären. (Quelle: World Food Programme, Jahresbericht 2005; FAO „The State of Food Insecurity in the World“, 2005)
- Weltweit sind fast 854 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Davon leben 96% in so genannten Entwicklungsländern. 524 Millionen jener, die nicht genug zu essen haben, leben in Asien, 206,2 Millionen Menschen in Afrika südlich der Sahara, 52,2 Millionen in Lateinamerika, 37,6 Millionen im Nahen Osten und Nordafrika, 24,7 Millionen in den sogenannten Transformationsländern (ehem. Ostblock) und 9 Millionen in den westlichen Industrieländern (Quelle: FAO „The State of Food Insecurity in the World“, 2006).
- In den so genannten Entwicklungsländern ist jedes vierte Kind unter 5 Jahren untergewichtig (rund 146 Millionen), viele davon in lebensbedrohlichem Ausmaß. Mehr als die Hälfte – 78 Millionen leben in Südasien. Beinahe drei Viertel aller untergewichtigen Kinder leben in nur 10 Ländern der Erde: Indien, Bangladesh, Pakistan, China, Nigeria, Äthiopien, Indonesien, Dem.Rep.Kongo, Philippinen und Vietnam. (Quelle: UNICEF “Progress for Children: A Report Card on Nutrition” 2006; UN “Millenium Goals Report” 2007)
- Über 20 Millionen Babys kommen jedes Jahr untergewichtig zur Welt. Sie erben den Hunger von ihren Müttern, die selbst unterernährt sind. Sie haben ein viermal höheres Risiko, innerhalb der ersten Lebenswoche an Infektionen oder Durchfall zu sterben. Sie haben mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Leben lang mit Gesundheits und Wachstumsproblemen zu kämpfen. (Quelle: Welternährungsprogramm 2006)
- Vitamin und Mineralstoffmangel sind Hauptverursacher von Tod und Behinderung in Entwicklungsländern. Geschätzte 2 Milliarden Menschen leiden an Eisenmangel, v.a. für Frauen im gebärfähigen Alter und für Kinder hat das gravierende Folgen. 40% der Vorschulkinder in den Entwicklungsländern leiden an VitaminAMangel, der zu Erblindung führen kann und die Kinder krankheitsanfälliger macht. Jodmangel verursacht Behinderung und Gehirnschäden – weltweit sind 1,7 Milliarden Menschen betroffen (Quelle: Welternährungsprogramm 2006).
- Im September 2000 wurden von 189 Staaten die UNMillennium Entwicklungsziele unterzeichnet. Das erste zielt unter anderem auf die Halbierung des weltweiten Hungers ab. Der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung sinkt zwar in fast allen Regionen der Erde. Chronischer Hunger ging weltweit von 20% (1990) auf 17% (2003) zurück. Die absolute Zahl der Hungernden ist in einigen Regionen – vor allem in Südasien, im Nahen Osten und in Afrika südlich der Sahara im Vergleich zu 1990 jedoch angestiegen. (Quellen: UN „Millenium Goals Report“ 2006; FAO „The State of Food Security in the World“ 2006).
- Hunger ist kein Naturereignis, sondern überwiegend Folge politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Fehlverhaltens. Weltweit werden jährlich über 2 Mrd. Tonnen Getreide geerntet das reicht aus, um alle Menschen zu ernähren. Hunger existiert also nicht, weil es insgesamt zu wenig Nahrungsmittel gibt. Hunger existiert, weil viele zu arm sind, um sich Getreide kaufen zu können oder weil sie selbst nicht genug produzieren können, um sich zu ernähren. Die Entwicklungsländer importieren heute dreimal soviel Getreide wie sie selbst verkaufen (Quelle: Welthungerhilfe „Entwicklungspolitische Grafiken“, 2006). Ursachen von Hunger und akuter Unterernährung Die FAO (Food an Agriculture Organization of the United Nations) unterscheidet zwischen „konjunkturellem“ Hunger, ausgelöst durch Naturkatastrophen wie Dürre, Hurrikans oder Überschwemmungen, und „strukturellem“ Hunger, der mit chronischem Nahrungsmangel verbunden ist.
Die Gründe für Hunger sind
- Schlechte Böden erschweren das Leben der Klein und Kleinstbauern ebenso, wie das Fehlen von Wasser, Saatgut, Infrastruktur und der mangelhafte Zugang zu Absatzmärkten.
- Der globale Welthandel führt zur Zerstörung lokaler Märkte durch hoch subventionierte Agrarexporte aus den USA und Europa.
- Die Landwirtschaftspolitik der reichen Industriestaaten forcierte den Anbau von Monokulturen, die traditionellen Mischkulturen wurden zerstört. Ausschlaggebend war nicht die Lebensmittelsicherung für die lokale Bevölkerung, sondern die Maximierung der Exporte von Getreide und anderen Pflanzen. Das Problem existiert nach wie vor.
- Weltweite Verschwendung von Ressourcen für die Viehzucht
- Die Agrarüberschüsse aus der westlichen Welt, die ab den 60er Jahren in die so genannte Dritte Welt importiert wurden, ruinierten die lokale Wirtschaft. Die örtlichen Erzeuger konnten mit den DumpingPreisen nicht mithalten.
- Kriegerische Auseinandersetzungen führen oft zur Abschottung ganzer Regionen und bedürfen eines enormen Einsatzes an Ressourcen (auch landwirtschaftliche Produkte). Durch die systematische Verminung ganzer Landstriche gehen weite Teile des agrarisch nutzbaren Bodens auf Jahrzehnte verloren.
- Fehlende demokratische Verhältnisse ermöglichen Korruption, Vetternwirtschaft und Bereicherung politischer Eliten. Militärregimes profitieren oft von der landesweiten Not, verhindern eine transparente Verteilung von Hilfsgütern und stehen einer allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung im Wege.
Herausforderungen aus Sicht der Caritas
- Ernährungssicherheit als Ziel internationaler und EUAgrar und Handelspolitik. Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, sich ausreichend und gesund zu ernähren, sei es vom eigenen Feld oder durch ein ausreichendes Einkommen. Dazu braucht es die Beseitigung realer Handelsverzerrungen samt einem DumpingVerbot bei agrarischen Exportprodukten, sowie einen fairen Marktzutritt für Erzeugnisse aus dem Süden auf nördliche Märkte und neue Subventionskriterien (Förderung sollen nur nachhaltiger, sozialer und ökologischer Ausrichtung der Agrarproduktion dienen).
- Recht auf Ernährungssouveränität die selbst bestimmte Versorgung mit Nahrungsmitteln, und das Recht eines Landes, selbst zu entscheiden, wie sie produziert werden. Die bäuerliche Produktion von Grundnahrungsmitteln soll vorrangig für den regionalen Markt anstatt für den Weltmarkt passieren. Die Menschen müssen sich und ihre Angehörigen mit ausreichender und kulturell angepasster Nahrung versorgen können, die aus eigener Erzeugung oder aus Importen oder aus einer Mischung beider Quellen stammt.
- Unterstützung ökologischer Landwirtschaft und kleinbäuerlicher Strukturen und ländlicher Entwicklung.
- Die Ausrottung des Hungers und die Bekämpfung von Armut muss ganzheitlich in allen Politikfeldern berücksichtigt werden. Egal ob Friedens, Sozial, Finanz, Agrar, Welthandels, Medien, Bildungs und Kulturpolitik, Gesundheits, wie auch in Umwelt, Verkehrs, Wissenschafts und Technologiepolitik.
- Berücksichtigung von Umwelt und Sozialstandards. Handelspolitische Anreize sollten nur gegenüber Staaten gesetzt werden, die ein Mindestmaß an ökologischen und sozialen Normen garantieren. Eine globale Liberalisierung der Landwirtschaft ohne soziales Maß löst keine Probleme, sondern verschärft nur Gegensätze. Die internationalen Menschenrechts, Arbeitsrechts und Umweltabkommen müssen gegenüber Handelsabkommen aufgewertet werden.
- Stärkung der demokratischen Strukturen in den Ländern des Südens. Handelspolitische Reformen müssen Anreize schaffen, demokratische Strukturen in den Ländern des Südens zu stärken und Korruption zu bekämpfen. Insbesondere die Schaffung von demokratisch legitimierten Interessenvertretungen ist wesentlich, um den Bauern und Bäuerinnen Mitsprachemöglichkeiten einzuräumen
- Demokratisierung des WTOVerhandlungsprozesses. Die WTO braucht klare Regeln für die offiziellen Verhandlungen, um die effektive Teilnahme aller 148 Mitglieder zu garantieren und um Transparenz zu gewährleisten. (Stand: Juli 2007)
Autor / Quelle: Caritas Salzburg
Beitrag online bis 31.8.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (3.8.07 - 31.08.07 - ) / 1848 / 501
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