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Meditation
Und Gott der Herr pflanzte einen Garten Eden .... (1.Mose 2,8)
Liebe Gemeindeglieder, soeben komme ich vom Himbeeren-Pflücken aus unserem schönen Pfarrgarten. Es ist ein wunderbarer Ort, der uns da überlassen wurde, um sich zu erholen und sich zurückzuziehen. Und er bringt auch viele Früchte hervor. An den Kriecherln des vergangenen Jahres erfreuen wir uns immer noch in Form leckerer Marmelade. Auch viele Vögel und andere Tiere haben darin ihre Heimat. Und in diesem Pfarrgarten fühlen sich auch Kinder und Jugendliche beim Spielen wohl, die Erwachsenen genießen ihn beim Gemeindefest oder beim Gottesdienst im Pfarrgarten.
Auch die Bibel erzählt am Anfang von einem Garten, in den Gott den Menschen (Adam) setze. Diesen Garten Eden, diese grüne Oase mitten in der Wüste sollte er zusammen mit seiner Partnerin (Eva) bebauen und bewahren. Dieses Paradies des Anfanges war also kein Schlaraffenland, wo man nur faul herumliegen konnte, sondern es bedurfte viel Arbeit, die Pflanzen zu pflegen und zu beschneiden, damit sie gute Früchte bringen. Und auch keinen Raubbau zu betreiben, damit der Garten für die nachkommenden Generationen erhalten bleibt. Aber doch war es ein Ort der Unschuld und des Glücks, denn noch wusste der Mensch nicht um gut und böse, und er musste sich noch nicht schämen. Doch das geht verloren, nachdem Adam und Eva von den verbotenen Früchten des Baumes der Erkenntnis gegessen hatten. In diesem Garten begegnet auch Gott dem Adam, als er am Abend durch den Garten geht und nach Adam ruft. Der meint, er könne sich vor Gott verbergen hinter Bäumen und Büschen – und wird doch zur Rede gestellt. Scham hat ihn ergriffen. Gott hatte ihm vertraut und den Garten anvertraut. Aber Adam und Eva wollten sich lieber auf sich selber verlassen, gesetzte Grenzen überspringen und selber Gott spielen… Als Folge davon müssen sie den Garten des Anfangs und der direkten Gottes Nähe verlassen. Mühsam und voller Plage ist fortan die Arbeit in Feld und Garten. Und doch dürfen sie weiter von den Früchten und der Güte Gottes leben – bis heute.
Wie Adam sich vor Gott im Garten Eden versteckte, so sucht Jesus gerade im Garten nach Gott. Nach dem letzten Mahl mit den Seinen zieht er sich allein in den Garten Gethsemane unterhalb des Ölberges zurück und ringt im Gebet voller Angst vor dem Tod mit Gott. Dort im Garten findet er sein Gottvertrauen wieder und wird bereit für den letzten Schritt seines Weges, kann sich in Gottes Willen fügen und seine eigenen Wünsche aufgeben. Und sein Weg auf Erden endet auch in einem Garten, in dem sein Leichnam in ein Felsengrab gelegt wird. Und eben dort im Garten begegnet er als Auferstandener Maria von Magdala, die ihn zuerst für den Gärtner hält…
Vielleicht kann auch für mich der Garten ein Ort der Gottesbegegnung werden, wo ich beim Ausspannen und beim Ernten der Früchte der Güte Gottes gewahr werde und seine Nähe spüre. Das wünsche ich mir und uns allen in diesem Herbst.
Autor / Quelle: Ihr/Euer Pfarrer Peter Gabriel
Beitrag online bis 30.11.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (17.9.07 - 30.09.07 - ) / 1898 / 192
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