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Für beides danken: Für das, was wir haben, und für das, was wir nicht brauchen. (Josef Geyer)
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7. Oktober 2007 - Erntedank V
Danken hat viele Anlässe: Für die Freude kann man Gott danken und für gelingende Begegnungen, für heilsame Kräfte und für ein selbst bestimmtes Leben auch.
Es ist ein guter Brauch, Gott zu danken am Ende eines hellen Sommers. Der Erntedanktag ist Zeit und Anlass dafür. Danken lässt sich für alle Dinge, die das Leben uns anbietet, auch für das Leben selbst. Für dauerhafte Beziehungen, für eine bewältigte Aufgabe und dafür, dass eine Mühe ihren Lohn gefunden hat. Die Erntegaben vor unseren Altären am Erntedanktag sind nur der sichtbare, zeichenhafte Dank für Gottes gute Gaben. Kürbisse, Kartoffeln, Brot und Möhren symbolisieren all das, was uns leben lässt, ohne dass wir es selbst hervorbringen.
Gerade weil das Leben nicht nur Gelingen und heitere Tage bereit hält, ist es sinnvoll, dem Dank seinen Platz zu geben. Gerade weil das Leben nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen kennt, nicht nur Genuss, sondern auch Anstrengung, Leid, Verdruss und Härten, gerade weil es uns manchmal nicht belohnt: Darum ist es gut, Anlässe für den Dank zu bemerken, zu schätzen und zu würdigen.
Zugegeben: Zu viel Dank kann auch problematisch sein, besonders, wenn er mit einer Absicht verbunden ist. Es ist ein Missbrauch des Dankes, wenn er als Floskel benutzt wird. Mit demonstrativ freundlichem Dank kann von dem abgelenkt werden, was nicht oder doch nicht gut funktioniert. Es macht wehrlos, wenn man unerwartet damit konfrontiert wird. Solchen absichtsbestimmten Dank hat Gott nicht nötig: „Ich mag eure fetten Dankopfer nicht ansehen“, lässt er dem Volk Israel durch den Propheten Amos ausrichten (Am 5, 22) – sofern denn Recht gebeugt und Unrecht bemäntelt wird, richten Dankopfer das Gottesverhältnis nicht wieder her.
Dank sucht also seine Entsprechung im achtsamen Umgang mit den Menschen und mit Dingen, die uns anvertraut sind. Überhaupt dient der Dank weniger Gott als vielmehr uns selbst. Wer dankt, wird sich dessen inne, was ihm geschenkt ist. Es ist eine Frage der inneren Blickrichtung, ob wir danken und klagen. Der Erntedanktag jedenfalls ist Zeitansage, sich an dem zu freuen, was vor unseren Altären liegt und was unser Leben reich und warm macht. Vieles wird uns zuteil, ohne dass wir es erarbeiten und verdienen können.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Uwe Rieske
Beitrag online bis 18.10.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (4.10.07 - 11.10.07 - ) / 1909 / 211
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