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 © Helmut Meisl

 Pfarrzentrum Neualm
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"Ich will alles und zwar sofort!" Ist oft das Motto unserer heutigen Gesellschaft.


Übervolle Kinderzimmer


Zeit nehmen für Entscheidungen

Ich will alles und zwar sofort - oder wachsen und reifen lassen?

Das Thema des Herbst-Pfarrbriefes der Pfarre Neualm

Entscheidung für Gott?
„Ich will alles und zwar sofort“,
ist sozusagen das Motto unserer heutigen Gesellschaft. Schauen wir doch in die Zimmer unserer Kinder. Man kommt sich vor wie in einem Schlaraffenland. Fernseher, Radio, Spielestation, Kuscheltiere, DVDs, Puppen bzw. Autos, Handy, Schminkzeug, alles was das Kinderherz höher schlagen lässt.

Aber bei uns (jungen) Erwachsenen ist es doch genau dasselbe: ein Auto, am besten zwei, Flachbildfernseher, Laptop, dreimal im Jahr in den Urlaub fahren; ein Luxus, der nach außen scheinende Zufriedenheit vorgibt. Wir wollen alles, und das am besten sofort. Dies ist nicht nur mehr im „Westen“ so, sondern fast auf der ganzen Welt. Aber garantieren all diese Dinge auch ein glückliches Leben? Die Freude über ein neu erworbenes Produkt ist anfangs groß, aber meist nicht von Dauer. Die innerlichen Bedürfnisse eines jeden von uns, wie Zuwendung, Geborgenheit, ein offenes Ohr bei Problemen, können durch materielle Dinge nicht ersetzt werden. Deshalb sind Menschen, die vielleicht nicht so reich sind wie andere, oft glücklicher als Menschen, die sich mit Geld alles kaufen können.

Geld als Garant für Glück und Zufriedenheit? Oft genügt schon ein kleiner Moment der Zuwendung oder ein paar Minuten unserer Zeit, um einen anderen Menschen glücklich zu machen. Wir müssen unserer Mutter zum Geburtstag nichts Teures kaufen, es genügt auch schon als Familie Zeit miteinander zu verbringen und das nicht nur an einem Tag im Jahr.

Gott hat uns viele Wege gezeigt, wie wir glücklich werden können. Manche Menschen finden in der Meditation ihre innere Zufriedenheit, andere fühlen sich ausgeglichen, wenn sie aktiv etwas vollbringen. Einige brauchen viele Menschen um sich, um glücklich zu sein, andere genießen lieber das Alleine - Sein. Für viele Menschen sind die Begegnung mit Gott und das Leben mit Gott, ihr Rezept zur vollkommenen Zufriedenheit. Auch das gemeinsame Leben mit anderen Gläubigen gibt ihnen wieder neue Kraft für den Alltag.

Im Leben steht man oft vor mehr oder weniger schwierigen Entscheidungen. Wir wählen gerne den schnelleren und einfacheren Weg. Manchmal treffen wir unsere Entscheidungen übereilt, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Eine schwierige Situation ließe sich vielleicht leichter lösen, wenn man sich mehr Zeit nehmen würde, um nachzudenken. Mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, führt nicht immer zum gewünschten Ziel.

Unsere Entscheidungen beeinflussen auch die Menschen in unserem Umfeld. Wir tragen ihnen gegenüber Verantwortung und wollen aber gleichzeitig auch unsere eigenen Wünsche erfüllen. Dies ist oft ein Balanceakt, den viele nicht schaffen, weil sie ihre Entscheidung zu schnell und zu unüberlegt getroffen haben.

Aber nicht nur wir beeinflussen die anderen, auch sie beeinflussen uns. Es ist wichtig, zwischen den Träumen und Vorstellungen anderer Menschen und unseren eigenen klar zu unterscheiden. Sonst finden wir uns oft in Situationen wieder, die unseren Wünschen gar nicht mehr entsprechen und führen ein Leben, das uns eigentlich nicht ausfüllt.

Doch wir werden mit unseren Entscheidungen von Gott nicht alleine gelassen. Wenn wir es zulassen, steht er uns in jeder Lebenslage bei und zeigt uns den richtigen Weg. Gott weiß über unsere Gedanken und Pläne schon Bescheid, noch bevor wir überhaupt daran gedacht haben.

Herr, du durchschaust mich, du kennst mich durch und durch.
Ob ich sitze oder stehe - du weißt es, aus der Ferne erkennst du, was ich denke.
Ob ich gehe oder liege - du siehst mich, mein ganzes Leben ist dir vertraut.
Schon bevor ich rede, weißt du, was ich sagen will.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine schützende Hand über mir.
(Psalm 139, 1-5)





Autor / Quelle: Bettina Langer und Claudia Dum

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (4.10.07 - 15.11.07 - ) / 1919 / 276