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 © Helmut Meisl

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Der Kirchturm - ein Wahrzeichen von Hallein - das erste Projekt des jungen Architekten


Während der Renovierungsarbeiten Mai 2006


Der neue Altar

2. Dezember 2007 - Architekt DI Jakob Adlhart

Einfügen in die bestehende Ordnung, Harmonie und Ausgleich - das sind Prinzipien, die Architekt Adlhart bei seinen Bauten anstrebt. Der neue Kirchturm der Stadtpfarrkirche wurde von ihm noch als Student geplant - und in den vergangenen Jahren die Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche. Heute vor einem Jahr erfolgte die Neu-Einweihung der renovierten Stadtpfarrkirche durch Erzbischof Dr. Kothgasser.

Jakob Adlhart wird am 21. 4. 1936 als Sohn des Bildhauers Jakob Adlhart in Hallein geboren. Er macht hier eine Lehre als Vergolder und Fassmaler und die Gesellenprüfung und in weitere Folge die Meisterprüfung. 1954 - 59 besucht er die HTL in Salzburg (Matura 1959), und studiert anschließend Architektur in München. 1964 Abschluss als Dipl. Ing. Seit 1959 verheiratet.

Der Kirchturm in Hallein war nach dem Brand und Einsturz 1944 ein Schutthaufen. Pfarrer war Dechant Loitfellner. Vom Architekturbüro Rehrl wurde das Projekt entworfen, einen neuen Turm als eine Art Campanile am Ort der jetzigen Krieger-Kapelle zu errichten. Dr. Janauschek, damals Pfarrkirchenrat in Hallein, meinte zum Vater Adlhart: „Dein Sohn studiert doch - soll er einen Entwurf machen!“ So baut er ein Modell - und dieses wird sofort akzeptiert. Er erhält den Auftrag! Konglomeratstein, wie im alten Turm verwendet, war unbezahlbar, also wurde aus Beton gebaut. Er beteiligt sich selbst beim Abschlagen der vorstehenden Betonleisten. Ab 1962 wurde gebaut, 1964 fertiggestellt. Änderungen gab es an der Sakristei: Diese war früher zweistöckig und wurde nun einstöckig neuerrichtet. Prälat Stampfl, Leiter des EB Bauamtes, meinte bei der Einweihung: „Das machen Sie mir nicht noch einmal!“
Beispiele seiner Bauten: In den 70er-Jahren die Firma Stefanitsch und das Salzburger Stadion, später u. a. das Pfarrzentrum Neualm und das evangelische Pfarrzentrum Radstadt.




links: Arch. Adlhart und Dr. Hartlieb (Pfarrkirchenrat), rechts: Arch. Adlhart und HR Dr. Gobiet (Bundesdenkmalamt)

Als Architekt und Planer sieht er jede Aufgabe als Herausforderung, sich mit dem Bestand auseinanderzusetzen und das Neue in die bestehende Ordnung einzubauen und einzufügen. Er sucht dabei nicht die Konfrontation, sondern die Harmonie und den Ausgleich. Deshalb hat er auch viele Jahre in der Salzburger Altstadtkommission mitgearbeitet. Seine Arbeit bedeutet für ihn die Möglichkeit, seinen Platz im Leben gut auszufüllen: „Das trägt meine Handschrift!“ Froh ist er, dass er noch arbeiten kann - aber nicht mehr müsste.
Ihn stört der „Egoismus“ bei neuen Bauten: „Jeder macht, was er will!“ Das Stadt- und Landschaftsbild wird zerstört und keiner fragt nach der „Stimmigkeit“. Den Bauwerbern fehlen oft Grundwissen und Bildung, und die Ergebnisse zeugen dann zwar von reichlich Geld, aber nur wenig Geschmack.

Das jetzt abgeschlossene Renovierungsprojekt Stadtpfarrkirche war in vieler Hinsicht eine Herausforderung; besonders über die Neugestaltung des Innenraumes war vorher viele Jahre lang heftig diskutiert worden. Die erarbeiteten und verwirklichten Lösungen mussten den Wünschen der Bevölkerung, der Liturgie feiernden Gemeinde und auch dem Denkmalamt entsprechen, zusätzlich aber auch die neuen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts integrieren.
Die weitgehende Zustimmung aus allen Bereichen zeigt, dass dies gelungen ist.
Die Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Bauamt und dem Denkmalamt war sehr positiv: „Jeder war bestrebt, das Beste aus der Sache zu machen!“
Der vieldiskutierte Altar zwang zum „Farbe bekennen“: Der Altar soll als Zentrum erlebbar und gemeinschaftsfördernd sein, sowie auch als Plastik stimmig sein. Dem Architekten ist es ein besonderes Anliegen dass sich die Kirchenbesucher in der erneuerten Kirche wohlfühlen: Erhöhung des Komforts in den erneuerten Bänken, gute Licht- und Sichtverhältnisse, passable Temperaturen durch die neue Heizung. Auf diese ist er besonders stolz: Das Projekt der Wandheizung schien zunächst schwer durchsetzbar, hat sich aber bereits bestens bewährt.

Architekt Adlhart ist zurückhaltend bei Fragen nach Glauben, Religion oder Gott: „Was soll denn ich da öffentlich über so etwas reden?“ - Das kann man gut verstehen und gerne akzeptieren. Jedoch: „Saxa loquuntur“: für ihn sprechen die Steine! Seine Arbeiten und besonders der Kirchenbau sind ein Ausdruck seines Menschen- und Gottesbildes: Ordnung, Harmonie, Gemeinschaft. Wenn Menschen in die Kirche kommen und dort ihren Glauben feiern, soll es nicht als Buße und Plage empfunden werden, sondern ein Fest werden: Ein Fest der Freude und Gemeinschaft der Menschen untereinander, ein Fest der Freude, dass wir uns bei Gott geborgen und geliebt fühlen, ein Abbild der Harmonie zwischen Gott und Mensch. - Kann man Besseres über seine Einstellung zu Glauben und Kirche sagen?

Er hat drei Söhne, von denen einer als Architekt mit ihm gemeinsam arbeitet, einer baut und verkauft Boote und Yachten, und einer ist Volksschul-Direktor. Sie kümmern sich um einander und halten zusammen. Deshalb bietet er auch als Geschenk an: Zusammenhalt in der Familie! Jeder braucht einen Platz, um seine Sorgen und Probleme besprechen zu können, ein „Regulativ“. „Ich glaube an die Familie! Ohne Familie geht nichts. Und wenn es manchmal Schwierigkeiten gibt: Da muss man durch!


Autor / Quelle: Zusammenstellung nach verschiedenen Gesprächen 2004 - 2007 von Mag. Wilfried Kaaser, Salzburg

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (1.12.07 - 03.12.07 - ) / 1949 / 662