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Wenn möglich, verwendet er das Fahrrad für die Fahrt in den Dienst
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4. Dezember 2007 - Gerhard Schierhuber
Er ist Angestellter beim Arbeitsmarktservice Salzburg und dort Sachbearbeiter für Behinderten-Angelegenheiten –Rehabilitation - Vermittlung von beeinträchtigten Menschen. Seine Tätigkeit verlangt viel Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, aber auch Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein.
Er kann dabei aus eigener Erfahrung schöpfen: Er selbst zählt nach einem schweren Unfall auch zu den Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.
Geboren 1970 in Hallein, aufgewachsen in St. Margarethen bei Vigaun. Nach Volks- und Hauptschule beginnt er eine Lehre als Tapezierer und Polsterer. Im 2. Lehrjahr erlebt er den Unfall, der sein Leben von Grund auf verändert: Ein Zusammenstoß als Radfahrer mit einem Motorrad. Er erleidet Verletzungen an den unteren Extremitäten und innere Verletzungen.
13 Monate war seine Lehre unterbrochen, davon 7 Monate im UKH Salzburg, anschließend die Rehabilitation in Bad Häring. Mit großer Unterstützung der Fa. Lechenauer in Puch kann er jedoch hier seine Lehrzeit abschließen.
Gerhard Schierhuber
Die weitergehenden gesundheitlichen Probleme sind Anlass, eine Umschulung durch das AMS anzutreten und eine Lehre als Bürokaufmann zu beginnen. Er erhält eine Anstellung beim „Landesinvalidenamt“ (wie es damals hieß; heute: Bundes-Sozialamt). In dieser Zeit besucht er die Abendschule und macht Matura, so dass er einen B-Posten als Sachbearbeiters für Behinderten-Angelegenheiten antreten kann. Er ist seit 1994 verheiratet; sie haben zwei Kinder und wohnen in Kuchl, in der Nähe vom Georgenberg. Er betätigt sich in vielen Bereichen sportlich: Radfahren, Tischtennis, Langlaufen, jedoch äußerst eingeschränkt möglich.
Seine Arbeit, die Eingliederung von Behinderten ins Berufsleben, sieht er als große Chance, die er für sich selbst dankbar nutzt und so auch anderen vermitteln will. „Zuhören und Motivieren!“ ist seine Regel. Es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten, z. B erhalten Unternehmen, die beeinträchtige Menschen einstellen, für Monate einen Lohnkostenzuschuss.
Über Religion und Glauben hat er sich viele Gedanken gemacht. Wenn man länger andauernde Schmerzen hat, von einem Tief ins andere fällt, resigniert man irgendeinmal: „Es hat alles keinen Sinn!“ In dieser Lage aber hat er hinter der oberflächlichen Brauchtums-Religion die lebensspendende Kraft echten religiösen Vertrauens erfahren, hat er gelernt, den Tod auch positiv zu sehen, hat er Ruhe und Kraft aus der Meditation erlebt.
Als Adventkalender-Geschenk hat er für alle den Spruch, der an seiner Tür hängt und für ihn von großer Bedeutung ist: Gott gab uns die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt!
Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser
Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (3.12.07 - 05.12.07 - ) / 1957 / 617
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