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 © Helmut Meisl

 Adventkalender
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Religions-Lehrerin Funda Gün


Religions-Lehrerin Lydia Hammer


HD Neubacher Carolin

3. Dezember 2007 - Hauptschule Burgfried - 4 A Klasse

Katholische und moslemische Schüler gemeinsam im Religionsunterricht - ein Zeichen der Hoffnung und Toleranz! Wir fragen nach ihren Hoffnungen und Erwartungen, und was ihnen in ihrem Leben richtig „taugt“.

Wer einige Hauptschulen kennt und dann in die Hauptschule Burgfried kommt, wird überrascht sein: Die schönen Bilder an den Wänden, die Sauberkeit überall, die ruhige und freundliche Atmosphäre, wie Lehrer und Schüler miteinander umgehen - viele Schüler sind gut aufgelegt, lachen, sind nicht ängstlich oder niedergeschlagen. Eine Schule, in die man gern geht!
Am Freitag in der 2. Stunde haben die Religionslehrerinnen verabredet, gemeinsam eine Stunde zu halten, damit die Schüler etwas für den Adventkalender beitragen können.
Wir beginnen.
„Was wünscht ihr euch wirklich, was möchtet ihr gern in eurem Leben erreichen?“ - „Die Religion leben, nach Gottes Willen leben!“ Na bumm. Burak hat als erster seine Antwort präsentiert, hat gesagt, was „Islam“ eigentlich heißt. Aber ist das wirklich er selbst, der da geantwortet hat? Andere melden sich. Oliver: „A Auto, a guade Oawat!“ - Sükriye: „An guadn Beruf, gesund sein, Familie!“ - Theresa: „A cooles Auto, eine glückliche Familie, ein Beruf!“ - Merve:„Kein Krieg, Friede!“ - Wir kommen der Sache näher.
„Wenn ihr von Auto redet - wollt ihr eins zum Angeben oder damit herumzurasen oder was? Was steckt hinter eurem Wunsch nach einem Auto?“-
„Ganz einfach: Selbständig sein, nicht auf andere angewiesen sein, sich sein Leben selber einteilen können!“
- Das Auto als ein Zeichen, erwachsen zu sein, selbständig und unabhängig.
„Viele haben von Beruf geredet. Wisst ihr schon, was ihr nach der 4. Klasse machen wollt? Und habt ihr dafür schon etwas unternommen?“
Merve will Kindergärtnerin werden. Einige haben vor, weiterführende Schulen zu besuchen, HTL oder Fachschulen. Einige werden ins Poly gehen. Eine Lehrstelle zu finden ist nicht leicht. Manche wissen schon: Ich werd´ Automechaniker lernen. Ich werd´ Steinmetz. Aber alle spüren: Einen Beruf zu erlernen wird eine wichtige, entscheidende Sache in ihrem Leben.
„Wenn ihr von Familie gesprochen habt, die ihr euch wünscht - warum wollt ihr das eigentlich? Kann man nicht auch ohne Familie leben?“
„Wenn man Kinder haben will! Kinder brauchen eine Familie!“ „Weil man nicht allein sein will!“ „Weil man ein Zuhause braucht!“
„Zum Schluss gefragt: Was taugt euch so richtig? Was wünscht ihr euch am meisten?“

Burak meint: „Lustig sein!“ (Das war der am Anfang: „nach Gottes Willen leben.“) Auf seine Art hat er ausgedrückt: Als gläubiger Moslem ein glückliches Leben zu führen! Der Gerald möchte gern „in Discos einelunzen!“
Christoph: „Das Leben erleben!“ Andere: „Auf Parties gehen!“ „Mit Freunden zusammensein!“
Erwachsen werden, selbständig sein, die schönen Seiten des Lebens nicht vergessen - möge ihnen möglichst viel von dem gelingen, was sie sich selbst vornehmen!
Die beiden Religionslehrerinnen verabreden, künftig öfter gemeinsame Religionsstunden zu gestalten.





Lydia Hammer über ihre Arbeit als Religionslehrerin:
„Die Arbeit mit den Schülern ist eine große Herausforderung, die mir aber sehr viel Freude bereitet. Ich spüre, dass die Kinder mir vertrauen. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für einen gelingenden Rel.-Unterricht. Die Schüler müssen spüren, dass ich sie mag und es mit ihnen gut meine. Sie dürfen im Rel.-Unterricht so sein, wie sie sind und können mit all ihren Problemen kommen. Ich versuche ihnen zu vermitteln, dass es im Rel.-Unterricht um i h r Leben geht und will ihnen einen christlichen Weg zur Bewältigung ihres Lebens zeigen. Damit ich für die Schüler glaubwürdig bin, muss die persönliche Beziehung zu den Schülern stimmen.“

Funda Gün ist in Hallein geboren und in der Türkei aufgewachsen. Sie besucht dann die VS und die Hauptschule Neualm. Sie macht drei Jahre HASCH und anschließend am WIFI die Berufsreifeprüfung. Sie arbeitet zuerst im Hort Elisabethinum, dann besucht sie die Pädak und macht die Ausbildung als Hauptschullehrerin und das Lehramt. Sie hat gelernt: Mit starkem Willen kann man etwas erreichen! Es freut sie, dass die Situation in Hallein zwischen den Volksgruppen und Religionen gut und entspannt ist.

Neubacher Carolin, Direktorin der Hauptschule Burgfried:
Ich wünsche mir, dass es den Schülern nach der schwierigen Phase der Pubertät gelingt, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und die Kompetenzen aus der Schulzeit im Leben „draußen“ gut einzusetzen.
Der Start in die Jahre nach der Hauptschule ist so entscheidend für den weiteren Lebensweg. Viele Rollenbilder und Routinen, die wir als Jugendliche früher selbstverständlich vor Augen hatten, existieren in der heutigen Zeit nicht mehr. Die heutige Jugend ist oft mehr Unsicherheiten ausgesetzt, als in dieser Zeit für sie gut ist. Ich wünsche mir, dass sie sich nicht verunsichern lassen und in dieser stürmischen Zeit ein Ziel finden, das zu verfolgen sich lohnt!


Autor / Quelle: Schüler, Religionslehrerinnen und Direktorin der HS Burgfried; Zusammenfassung: Mag. Wilfried Kaaser, Salzburg

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (2.12.07 - 04.12.07 - ) / 1962 / 906