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Oben: Leo als Entwicklungshelfer im Senegal
unten: Leo und Barbara, Katharina, Pauline

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5. Dezember 2007 - Die Stelzer-Familien

Für Familie Stelzer war es immer wichtig, dass ihre vier Söhne diese religiöse und soziale Einstellung übernehmen: „Nicht das Kirche-Gehen ist das Wichtigste, sondern wie man lebt!“ Wir stellen heute die vier Familien der „Stelzer-Buam“ vor.

Stelzer Leopold und Maria sind in Hallein wohlbekannt: Bei verschiedenen Aktivitäten der Pfarre, aber auch weit darüber hinaus, ist schwer ohne Rat und Tat der Stelzers auszukommen. Bereitwillig setzen sie sich ein, wenn es darum geht, anderen zu helfen oder Freude zu bereiten.

Alfred & Anita Stelzer, Anna, Viktoria
Alfred hat die HAK Salzburg besucht und Jus studiert, er ist Dr. jur. Vorerst arbeitete er bei verschiedenen Firmen im juristisch-wirtschaftlichen Bereich. Anita besucht die Handelsschule und arbeitet als Sekretärin, u. a. an der theol. Fakultät Salzburg. Sie heiraten, später werden Anna und Viktoria geboren. Er wechselt zu einer französischen Firma in Salzburg, Bereich Finanzdienstleistung, und dann für 3 Jahre nach Frankreich (Grenoble). Dies bezeichnet er heute als „eines der einschneidendsten Erlebnisse im Leben.“ Neben sehr positiven Aspekten entstehen aber auch persönliche und familiäre Probleme. Sie kehren zurück nach Österreich und bewohnen ein Haus in Arnsdorf, er tritt demnächst eine neue Stellung in einem Wirtschaftsbetrieb an.
Ihre Hoffnungen und Erwartungen beziehen sich sehr stark darauf, dass die Familie stabil zusammenbleibt und zusammensteht. „Dass wir den Gegensatz zwischen Stabilität und ´verwirkliche dich selbst´ überbrücken!“ Sie arbeiten an ihrer Partnerschaft: Viel miteinander reden, feedback geben, gesund leben und aufmerksam sein.
Über die Religion sagt Alfred: „Der Glaube macht bewusst: Ich bin nicht das Maß aller Dinge! Glaube gibt das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Geborgenheit. Ich bete: Als Wunsch, als Hoffnung, als Dank!“

Robert & Uschi Stelzer, Monika
Er hat die Handelsschule besucht, war als Zeitsoldat bei der Militärmusik, hat dann am Mozarteum das Konzertfach „Tuba“ studiert.
Er unterrichtet seither an der Musikschule Freilassing, Berchtesgaden, Reichenhall und spielt in der „Niederbayrischen Philharmonie Passau“, weitere Konzerttätigkeit mit Salzburger Orchestern. Er ist auch Kapellmeister der Musikkapelle Königssee.
Sie besucht die HAK, wird Bankangestellte, sie heiraten 1998. Monika wird 2002 geboren. Sie haben eine Wohnung in der Altstadt, die sie mit viel Eigenleistung saniert und umgebaut haben.
Ihre Hoffnungen und Wünsche beziehen sich auf ein Leben mit „Stil“: Viel Musik, Theater, Kultur, eine schöne Umgebung - aber auch mit der Bereitschaft, viel dafür zu tun: Sich Zeit nehmen für die Familie, Freundschaften pflegen, Musik nicht nur zur Unterhaltung und Entspannung, sondern als Beruf und hohe Anforderung sehen, Natur und Sport erleben, unsere „Kultur und Tradition hochhalten und achten“.




Die Stelzer-Familien

Roland & Johanna Stelzer, Lisa, Isabella
Er hat eine Lehre als Kfz-Mechaniker gemacht und arbeitet seither als Pannenfahrer beim ÖAMTC. Er bezeichnet es als Glück, dass bei ihm „Arbeit und Hobby zusammenfallen. Als Pannenfahrer hat man immer wieder Erfolgserlebnisse und erlebt viel Dankbarkeit und Anerkennung.“
Sie wird Damenkleidermacherin und besucht dann im Annahof die „Trachtenklasse“, legt die Meisterprüfung ab und wirkt dann 5 Jahre im Festspielhaus Salzburg in der Kostümwerkstätte. Nach der Hochzeit und Geburt von Lisa und Isabella arbeitet sie in Teilzeit bei der Fa. Lanz.
Viele ihrer Lebensregeln hängen mit ihren Berufen zusammen: „Alles in Maßen!“, „Maßvoll bleiben!“, „Geht nicht - gibt´s nicht!“, „Irgendeinen Weg gibt es immer!“

Leo & Barbara Stelzer, Katharina, Pauline
Leo besucht die Fachschule Hallein und wird Maschinenbauer. Ihn fasziniert dieser Beruf und die Technik, aber er fragt sich auch immer: „Wofür wird das eingesetzt? Wozu gebraucht?“ Er engagiert sich in der KAJ und schärft dort seinen kritischen Blick. Nach Tätigkeiten bei verschiedenen Firmen arbeitet er dann in der „Entwicklungswerkstatt Salzburg“, in der ältere Techniken für Entwicklungsländer nutzbar gemacht werden. Er ist einige Jahre im Senegal und in Burkina Faso als Entwicklungshelfer im Einsatz, eine für ihn wichtige und interessante Zeit und Erfahrung. „Menschen sind überall gleich und haben die gleichen Bedürfnisse - nur die Kulturen, die Lebensumstände usw. sind anders!“
Er lernt Barbara im Senegal kennen, die als Amerikanerin dort im Rahmen des „Peace-Corps“ im Einsatz war. Sie hat ein Kunststudium absolviert, wollte Kunst unterrichten, aber vorher noch den „Blick aus der heimatlichen Enge, aus Vermont, in die weite Welt richten!“ Sie bleiben zusammen, heiraten, finden dann ihre gemeinsame Heimat in Österreich. Sie meint: „Nicht nur wegen dir, auch wegen mir bin ich nach Österreich gekommen - es hat mir hier gefallen und ich bin hier sehr beheimatet.“
Ihre Erwartungen und Hoffnungen beziehen sich der Lage entsprechend darauf, dass die anfangs recht schwierigen Verhältnisse für die Familie leichter werden: Es bedeutete viel Stress, den richtigen „Platz“ (Wohnung, Beruf) zu finden. Jedoch viele Umstände haben sich alsbald zum Guten gewendet: Sie können ein Haus im Burgfried mieten, bekommen die zwei Mädchen, er erhält eine Anstellung als Fachlehrer an der HTL Salzburg, sie unterrichtet jetzt Kunst in der Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg, eine Arbeit, die sie sich immer gewünscht hat. Sie hoffen, bald „mehr Zeit für das finden, was wirklich interessiert!“
Ihren Glauben vermitteln sie an ihre Kinder, indem sie versuchen, die spirituellen Wurzeln zu pflegen und zu leben. „Die kleine Katharina geht in die erste Klasse. Sie hat schon gelernt: „Gott ist immer bei mir und hilft mir.“ Als sie einmal mit dem Bus heimfahren muss, steht sie ganz allein an der Haltestelle, fürchtet sich und beginnt zu weinen. Da fällt ihr ein, was sie über Gott gelernt hat, und sie beginnt zu beten. „Und tatsächlich“, erzählt sie dann glücklich daheim, „is der Bus kemma!“ Dieses Erlebnis ist ihr so wichtig, dass sie auch bei einem Kindergottesdienst die Fürbitte laut ausspricht: „Ich danke Gott, dass er immer bei mir ist.“


Autor / Quelle: Zusammenfassung vieler Gespräche mit den Familien von Wilfried Kaaser

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (4.12.07 - 06.12.07 - ) / 1969 / 774