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 © Helmut Meisl

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12. Dezember 2007 - Depression

Der heutige Beitrag ist sicher nicht lieb oder heimelig, aber im Advent dürfen auch dunkle Seiten zur Sprache kommen. Er stammt von einem Mann mit ca. 50 Jahren. Depression ist eine schwere seelische Erkrankung, und viele kennen sie selbst oder kennen Betroffene. Aber es gibt Hoffnung!

schlagartig,
überfallsartig,
eigentlich ohne Vorankündigung - wieder diese innere Unruhe,
die Freudlosigkeit im Beruf und daheim,
überall nur Forderungen,
die Schlafstörungen,
das schlagartige Erwachen mitten in der Nacht, hellwach sein,
die Gedanken drehen sich im Kreis,
die Müdigkeit in der Früh, das Aufstehen ist eine absolute Überforderung,
die Antriebslosigkeit,
das Gefühl, dass alles zu viel ist
und keine Freude, kein Gefühl des Erfolgs, der Zufriedenheit.

Was ist das für ein Leben?

Das Leben eines Depressiven!

Wer kann sich schon diese Zustände vorstellen, wenn er sie selbst nie gehabt hat?
Der grausliche Geschmack im Mund, die ständige Unruhe, das geistige Danebenstehen, eigentlich total unfähig sein, so paradox das klingen mag, in der Sonne zu sitzen ist anstrengend, ja mehr noch, ein wunderschöner Wintertag wird zum Hohn, lesen geht nicht, das Gehirn arbeitet nicht richtig, fernsehen nervt, schon das Zähneputzen wird zur unüberbrückbaren Hürde, Suizidgedanken verselbständigen sich.





Depressionen sind schwere Erkrankungen und können nicht durch gutes Zureden, durch sich Zusammenreißen usw. überwunden werden. Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapeuten sollen zu Rate gezogen werden, sehr oft ist auch eine medikamentöse Behandlung, die einzige Möglichkeit Depressionen zu überwinden.

Klarheit und Zuversicht

Der Schnee hat monatelang alles zugedeckt
Der Frost alles erstarren lassen
Die Sonne hatte keine Chance
Nur bruchstückhaft und zeitweise
Aber immer nur ganz kurz

Wärmende Strahlen lassen das Eis schmelzen
Medikamente unterstützen …

Verbindungen an wichtigen Schaltzentralen kommen langsam ins Gleichgewicht,
werden wieder aufgebaut …

eine neue Zukunft ist im Werden
zart und schmerzhaft

immer wieder, immer wieder ein Neubeginn

ich glaube …
ich hoffe …

dann kann auch die Liebe wieder aus ihrer Zwiebelschale aufbrechen,
sprießen, zum Vorschein kommen

Zuversicht … Klarheit …

Es braucht das Licht
Damit etwas leuchten kann
Ohne Sonne kein Leben …
Wie trifft das auf das Leben zu!

Heute ist noch alles grau in grau
Darüber scheint die Sonne

Ich hoffe, ich glaube

Die Sonne setzt sich durch
Aller Widerwärtigkeiten zum Trotz



Besonders wichtig scheint es uns, festzuhalten
  • Es ist keine Schande, an einer Depression zu erkranken.
  • Es kann jeden betreffen, auch Kinder und Jugendliche.
  • Depressive benötigen fachgerechte ärztliche Hilfe, diese ist heutzutage gottlob leicht zu bekommen. Aber:
  • Wer an Depressionen zu leiden beginnt, vermeidet es häufig oder schafft es nicht, den Arzt aufzusuchen. Deshalb:
  • Die Familienmitglieder und Angehörigen sind sehr gefragt, den Kranken zu unterstützen und ihm beizustehen.
  • Eine „Heilung“ ist nicht zu erwarten, aber die Krankheit ist beherrschbar und ein nahezu „normales“ Leben ist möglich.

Links zum Weiterlesen
  • http://salzburg.orf.at/magazin/leben/gesund/stories/113363/
  • AhA! Salzburg

    Autor / Quelle: Dank an den Kollegen, der diesen Text für uns verfasst hat. W. K.

    Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
    P 5 (11.12.07 - 13.12.07 - ) / 1973 / 388