Diese Seite als Druckausgabe
Patrick Berger
Patrick beim Radfahren ...
... und auf der Loipe
|
9. Dezember 2007 - Familie Berger
Seit einer Erkrankung ist Sohn Patrick behindert und muss im Rollstuhl leben. Weit entfernt von Kummer und Bedauern sieht Familie Berger das als positive Erfahrung für ihr Leben.
Josef Berger stammt aus Salzburg-Bergheim und war bei der ÖBB, ist seit 2001 in Pension. Früher in der Nähe vom Bahnhof Salzburg wohnhaft, übersiedeln sie im Jahr 2000 nach Hallein. Margarete kommt aus dem Pongau, aus Niedernfritz, hat Verkäuferin gelernt und arbeitet nach Kursen 10 Jahre bei einer Bank in Salzburg. Wegen der Erkrankung von Patrick kündigt sie dort und bewirbt sich nach der Übersiedlung im Krankenhaus Hallein, wo sie eine Stelle im Büro antritt. Sie hat heuer an der Diakonie in Salzburg eine Ausbildung als „Sozialfachbetreuer in Altenpflege und Behinderten-Begleitung“ begonnen, die sie im dritten Jahr mit dem Diplom abschließen wird. Patrick wird 1987 geboren. Mit 7 Jahren, im Dezember 1994, in der zweiten Klasse Volksschule, erkrankt er an Leukämie und muss Monate im Krankenhaus verbringen. Im Februar 1998 bekommt er Gehirn-Rückenmarks-Entzündung, und als deren Folge bleibt er gelähmt und benötigt einen Rollstuhl. Er besucht in der Unterstufe das Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg, dann die HAK in Hallein. Hier maturiert er 2006. Seither besucht er die Fachhochschule Puch-Urstein für Betriebswirtschaft und Informations-Management, wo er 4 Semester in einem Jahr absolviert. Er findet dieses Studium „interessant, für mich der richtige Weg.“ Es war für alle immer ein positives Erlebnis, wie gut integriert und akzeptiert Patrick in der HAK oder an der FH war und ist. Patrick, ohne Klagen und Bedauern, bezeichnet sein Leben im Rollstuhl als „interessante Zeit.“ Durch den Rückhalt seiner Eltern bieten sich ihm viele Möglichkeiten. Er setzt sich Ziele und setzt sich durch, findet auch immer Alternativen, wenn etwas nicht geht. Er betreibt viele Sportarten und hat so auch viele Größen im Sport kennengelernt. Unvergesslich ist ihm etwa Otto Konrad, der ihn im Krankenhaus besucht hat, den er so viel fragen wollte, aber dann vor Aufregung und Freude kein Wort herausgebracht hat. Er betreibt Schwimmen, Rugby, Tischtennis, Tennis, Schifahren - „man muss schauen, was passt!“. Es geht um den Spaß an körperlicher Bewegung. „Wenn ich seh´, es geht nicht, dann such´ ich mir was anderes.“ „Jeder braucht was, wo er sich in einer schwierigen Situation anhalten kann - Malen, oder Musik - für mich ist es halt der Sport.“ Patricks Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft: Eine eigene Wohnung, eine Familie, „das Leben so gestalten, wie ich es möchte.“

Familie Berger
Patrick hat die ganze Familie stark beeinflusst. Es war eine positive Erfahrung für ihr Leben: Gemeinsam leben, Rücksicht aufeinander nehmen. Sie sind nicht neidisch auf andere. „Nicht viele Familien leben so zusammen! Man kann sich aufeinander verlassen!“ Sie sind auch dankbar, dass immer wieder jemand behilflich war und Unterstützung angeboten hat. Sie freuen sich auf Weihnachten in der Familie; es soll nicht viele Dinge und Geschenke geben, aber viel gemeinsame Zeit und miteinander Reden.
Eine Bitte, vielleicht auch ein Geschenk von Josef Berger: „Es drückt mich immer und ich möchte es hinausschreien: Viele, die Behinderte in ihren Familien haben, verstecken sie zuhause und gehen mit ihnen nicht hinaus. Behinderte gehen aber sehr gerne hinaus und tun etwas miteinander. Tut das auch!“ Patrick meint: „Vielleicht ist alles Schicksal und Vorherbestimmung. Aber eines weiß ich sicher - es kommt immer darauf an: „Wie nimmst du es an und was machst du draus?!“
Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser, Salzburg - bekannt mit Familie Berger seit der gemeinsamen Volksschulzeit von Patrick und Dominik Kaaser
Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (8.12.07 - 10.12.07 - ) / 1974 / 585
|