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Dr. Hansjörg Hofer
Dr. Hansjörg Hofer, Pfr. Wolfgang Del-Negro Gelebte Ökumene
"bibelfest" im Halleiner Ziegelstadel
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10. Dezember 2007 - Generalvikar Dr. Hansjörg Hofer
Gerne und auch in Dankbarkeit denke ich an meine Kooperatorenjahre in Hallein zurück. Es war eine intensive, aber erfüllende Zeit für mich.
Ich war übrigens der erste Kooperator, der im Dechantshof gewohnt hat, die Vikare wohnten bisher ja alle im Vikarhaus. Seitdem hat sich in der Seelsorge vieles geändert. Als Beispiel nenne ich nur die Firmvorbereitung. Als ich 1979 nach Hallein kam, lag diese Vorbereitung vorwiegend in der Hand der Priester. Durch die Einführung der Firmgruppen und der Firmbegleiter/innen wurde sie jedoch auf eine breitere Basis gestellt. Denn die Kirche hat erkannt: eine Pfarre lebt vom engagierten Einsatz vieler Frauen und Männer, die als Christen ihre Talente einbringen und zur Verfügung stellen. So hat jede Zeit seine Probleme, aber auch Chancen.
Was uns heute u. a. stark bewegt, ist der Rückgang an geistlichen Berufen. Das hat natürlich auch Folgen für die einzelnen Pfarrgemeinden und die Seelsorge insgesamt. Auf diesem Hintergrund ist es schon lange nicht mehr möglich, für jede Pfarre einen eigenen Pfarrer zur Verfügung zu stellen. Immer öfter müssen sich benachbarte Pfarren ihren Seelsorger teilen. Nur mehr ein Drittel unserer Pfarren hat einen Pfarrer für sich allein. Und so wird die Zusammenarbeit zwischen den Pfarren immer wichtiger und notwendiger, ebenso das Teilen des Glaubens, das Teilen der Zeit, der Personals, des Geldes usw. Um die Seelsorge auch in Zukunft sicherzustellen, ist darum auf Pfarrebene die Bildung von größeren Einheiten unerlässlich. Diese „größeren Einheiten“ nennen wir „Pfarrverbände“.
Darunter versteht man den Zusammenschluss mehrer benachbarter Pfarren mit dem Ziel, die Seelsorge in verstärkter Form gemeinsam wahrzunehmen. Solche Pfarrverbände gibt es bereits in unserer Erzdiözese. In gewisser Weise bilden ja auch die Pfarren Hallein und Maria Dürrnberg so einen Pfarrverband. Nur geht es in Zukunft darum, die Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Pfarren zu intensivieren, sinnvoll zu planen, zu ordnen, zu regeln und verbindlich festzulegen. D. h. das Miteinander in einem Pfarrverband darf nicht dem Belieben überlassen sein.

Als Ordinariats-Kanzler und Pfarrer in Rehhof Gastgeber und Unterstützer der ökumenischen Fastenaktion
Natürlich ist dabei ein Umdenken notwendig, das zur Folge hat, über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen. Und noch etwas: Damit dieses Miteinander zwischen den Pfarren Früchte bringen kann, ist auch eine neue Form der Zusammenarbeit erforderlich, wobei dieses Zusammenarbeiten gelernt werden muss - von den Priestern und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen genauso wie von den Pfarrgemeinderäten und ehrenamtlich Engagierten.
Pfarrverbände sind also nicht einfach eine Addition von benachbarten Pfarren, sondern vielmehr der Versuch, in angemessener Weise auf die gesellschaftlichen Veränderungen, die personelle Situation, die begrenzten finanziellen Mittel usw. zu reagieren. Denn es ist nicht notwendig - und in Zukunft auch nicht machbar -, dass in jeder Pfarre die gleichen „Angebote“ gemacht werden. Durch eine gezielte Zusammenarbeit und eine schwerpunktmäßige Arbeitsteilung zwischen den Pfarren kann die Seelsorge an Qualität sogar gewinnen und intensiver gestaltet werden.
Bei all diesen Überlegungen und Vorhaben ist folgender Grundsatz hilfreich: die Pfarren sollen soviel Selbständigkeit behalten wie notwendig, aber soviel Zusammenarbeit praktizieren wie möglich.
Und weil ich immer wieder gefragt werde, wie es wohl mit unserer Kirche weitergehen wird, möchte ich sagen: mit unserer Kirche geht es ganz sicher gut weiter, wohl aber anders! Da wir jedoch in vielen Bereichen noch nicht abschätzen können, wie dieses „anders“ ausschauen wird, brauchen wir ein großes Gottvertrauen, aber genauso die Bereitschaft, uns auch weiterhin in den Pfarren zu engagieren. Denn der Herr baut seine Kirche nicht ohne uns, sondern nur mit uns weiter! Und übrigens dürfen und sollen wir auch dem Heiligen Geist etwas zutrauen! Er ist ja die Seele der Kirche. Er wird uns auch in Zukunft zeigen, was wichtig und wesentlich ist in Kirche und Pfarre.
Autor / Quelle: Dr. Hansjörg Hofer
Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (9.12.07 - 11.12.07 - ) / 1977 / 635
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