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Sr. Daniela Linke (oben) und Sieghilde Thonhauser (unten)


Simone Holleis (links) und Silvia Schumacher (rechts)


Elfi Gurtner und Helmut Mitsch

11. Dezember 2007 - San Helios: Ehrenamtliche Helfer

Der Kinderhort „SAN HELIOS“ in der Davisstraße betreut vorrangig Kinder aus schwierigen Verhältnissen - von Alleinerziehenden, aus Familien, wo beide Eltern arbeiten, und aus Migranten-Familien. Sr. Daniela wird von Vereinen, Behörden und Privatpersonen unterstützt, besonders wichtig aber sind die ehrenamtlichen Helfer.

Görül macht Mathematik-Hausaufgabe und schmiert in ihrem Heft herum. „Darf ich mit Dir ein bisschen rechnen?“ „Ja, gerne!“ Hm, Bruchrechnen. Görül macht alles auf einmal und kommt nicht weiter. 6 ¾ : 3/16 = ???
„Zuerst musst Du die gemischte Zahl -“ „???“ - „das ist das da vorne - in einen Bruch verwandeln!“ Gut. Und jetzt: „Ein Bruch wird durch einen Bruch dividiert, indem man“ - „äh, indem man das ausrechnet…“ - „Ja, die Regel lautet: indem man den ersten Bruch mit dem Kehrwert des 2. multipliziert.“ - „Was, Kehrwert?“ „Du musst den 2. Bruch umdrehen und dann mit dem 1. multiplizieren. Und vorher noch: Kürzen!“ „???“ „Schau, das geht hier so gut. 27 und 3, 16 und 4: Jetzt ist es einfach, jetzt haben wir das Ergebnis. - Bist du in der Schule in Mathe gut?“ - „Es geht so… “
Görül kann ganz gut rechnen, aber sie weiß oft nicht, was sie wann und warum tun soll. Es wär´ gut, wenn sie sich die Regeln merken würde, und nicht einfach wild irgendwas drauflosrechnet.
So hab ich an diesem Tag etwas gemacht, was die freiwilligen Helfer in San
Helios mit den Kindern tun: Lesen, schreiben, rechnen, üben. Gerne würde der Hort noch ein paar Helfer mehr sehen, die sich mit den Kindern abgeben möchten.




San Helios - Lernen, Spielen, Gemeinschaft werden

Wir haben einige gefragt, warum sie das tun - was veranlasst sie dazu?

Simone Holleis geht in die 8. Klasse Gymnasium, sie ist durch eine Freundin hierhergekommen. Montag oder Mittwoch Nachmittag betreut sie hier einige Kinder, macht mit ihnen Hausaufgaben, übt mit ihnen. Es ist für sie „schön, Kindern zu helfen, die weniger Chancen haben.“ Sie sieht ihre Zukunft nach der Matura im Bereich Sprachen oder im sozialen Bereich.

Silvia Schumacher: „Meine Tätigkeit in San Helios soll ein kleiner Beitrag sein, diese wertvolle Einrichtung sinnvoll zu unterstützen. Ich freue mich, hier einige Stunden mit den Kindern verbringen zu können.“

Elfi Gurtner: „Es ist mir ein Anliegen, mitzuhelfen, um der sozialen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. - Ich kenne Sr. Daniela seit über 20 Jahren und bewundere ihr Engagement für die Kinder. Die Gründung von SAN HELIOS war ein mutiger Weg und es ist mir ein Bedürfnis, etwas zu helfen.“

Für Helmut Mitsch, früher Direktor an der HS Burgfried, war es immer schon ein Anliegen, besonders für die Kinder, die es schwerer haben, etwas zu tun, seien es die von Migranten, seien es solche, die sich einfach schwertun in der Schule. Er opfert dafür gerne etwas von der Zeit, die er im Ruhestand zur Verfügung hat.

Sieghilde Thonhauser, pensionierte Lehrerin, wirkt als guter Geist im Hintergrund und bereitet fast jeden Tag das Mittagessen für die Kinder. „Hier mitzuarbeiten ist so sinnvoll, Gott sei Dank bin ich geistig und körperlich dazu in der Lage. Es ist ein wunderbarer Ausgleich: Ich schenke und werde beschenkt!“

Sr. Daniela Linke, die den Hort aufgebaut hat und leitet, ist glücklich in ihrer Arbeit. Um ihre Zukunft macht sie sich keine Sorgen, auch wenn ihr weiterer Lebensweg sich durchaus nicht klar und sicher abzeichnet. „Gott hat mich hierhergeführt, hat mich hierhergestellt - wenn ich mich in seine Hand gebe, brauche ich keine Angst und Sorgen haben.“


Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (10.12.07 - 12.12.07 - ) / 1979 / 600