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Hassan Abdalla


Wisam AlKamisi und Farhan AlHouere


Elisabeth Sieberth

14. Dezember 2007 - Asylwerber in Hallein

Selbst wenn unser Leben nicht immer einfach ist und wohl jeder manchmal Probleme hat, kann uns ein Blick auf das Schicksal von Asylbewerbern deren Relativität zeigen.

Frau Elisabeth Sieberth hält Deutschkurse in Hallein und kümmert sich um sie. Drei berichten uns über ihr Schicksal und ihre Hoffnungen.

Hassan Abdalla kommt aus Mogadischu in Somalia. „Ich soll Soldat werden, Militär, Armee. Ich habe eine Frau und fünf Kinder. Wie sollen die leben? Auch mein Vater ist gestorben im Krieg. Wir sind Farmer, wir arbeiten am Land. So hab ich alles verkauft, für 11.000 Dollar, und hab damit bezahlt, dass uns einer aus dem Land bringt.“
Lange Fahrt mit einem Lastwagen, sie kommen an eine Küste, ein kleines Boot wartet, um sie auf ein Schiff zu bringen. Nicht alle haben Platz, er bleibt zurück, muss auf die nächste Gelegenheit warten. Plötzlich eine Schießerei! Die Flüchtlinge werden vertrieben, das Schiff fährt ab - seither weiß er nichts mehr von seiner Familie. Er kommt später nach Europa, weiß nicht, wo er ist - nach langem Transport auf einem Lastwagen landet er heuer im September in Wien, sucht an um Asyl und wird nach Hallein verlegt.
„My life is not easy! Kann nicht schlafen, mach´ mir Sorgen. 5 Monat´ hab ich nichts von meiner Familie gehört. Leben sie? Wo sind sie, wenn sie in Europa sind, ich hab kein Geld, weiß nicht, was ich machen soll…“
Elisabeth Sieberth hofft, über das Rote Kreuz und Organisationen, die sich um Flüchtlinge annehmen, Nachrichten über Familie Abdalla bekommen zu können; sie weiß aber auch und hat es erfahren, dass alle Organisationen heillos überlastet sind. Hassan meint: „I like Salsburg, I like El´sabeth, all´ Leut´ hier so freundlich - wenn meine Familie wieder susamm, wir mochten hier leben.“





Wisam AlKamisi kommt aus dem Irak, aus Bagdad. Er ist Goldschmied. Am 3. 7. 2007 detoniert eine Bombe auf der Straße vor seinem Haus, sein Vater kommt dabei um, er selbst wird schwer verletzt. Sein Haus wird geplündert. Er kennt nicht den Grund für den Anschlag, weiß nicht, ob politische, religiöse oder rein kriminelle Gründe bestehen, er weiß nur: Im Irak sind wir unseres Lebens nicht mehr sicher. Seine Familie lebt vorläufig in Syrien. Er selbst kommt über die Türkei nach Österreich und bittet hier um Asyl. Sein Hauptwunsch: Mit Frau und Kindern zusammen sicher hier leben können!

Farhan AlHouere kommt ebenfalls aus dem Irak, aus Musal. Er gehört zur Religionsgruppe der Jesiden, ist Lastwagen-Fahrer gewesen. Er hat zwei Jahre für die Amerikaner gearbeitet, dabei Plakate mit Namen von gesuchten Terroristen angeklebt und verteilt. Er wurde dafür bedroht, viele Kollegen von ihm sind bereits umgebracht worden. Er flüchtete nach Deutschland, die Polizei hat ihn nach Österreich zurückverwiesen. Seine Familie - er hat 8 Kinder - lebt noch im Irak. So wartet er in Österreich auf Asyl und auf seine Familie.

Alle betonen, dass hier ein gutes Verhältnis der verschiedenen Gruppen aus dem Irak herrscht, dass es hier keinerlei Feindseligkeit und Ablehnung mehr gibt. Sie kümmern sich umeinander und helfen sich. Und alle würden so sehr wünschen, hier arbeiten zu dürfen.

Am 20. 12. plant Elisabeth Sieberth eine Weihnachtsfeier für ihre Asylbewerber, sie hofft, für alle Schoko-Dosen besorgen zu können (diese scheinen für sie einen hohen Wert zu haben). Und natürlich Telefon-Wertkarten ...


Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser, nach einem Besuch im Deutsch-Kurs am 29. 11. im Gruberhaus, Hallein

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (13.12.07 - 15.12.07 - ) / 1984 / 396