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Franz Pillinger und sein Bassorchester


"Vom Klang der Seele" in der Nonnberg-Kirche


Franz Pillinger am Kontrabass

Linktipp:
Homepage von Franz Pillinger

16. Dezember 2007 - Franz Pillinger

Franz Pillinger, Salzburg, ist virtuoser Kontrabass-Spieler, Lehrer für Kontrabass auch am Musikum Hallein, Komponist und „Entertainer“. Er ist nicht zufrieden - aber glücklich! Es läuft nicht alles so, wie er es erhofft und gerne hätte - aber er macht seine Sache, wie ER es will!

Ich kenne Franz Pillinger seit ca. 15 Jahren. Unser Sohn Dominik hat bei ihm Kontrabass gelernt - und dies hat Auswirkungen auf unsere ganze Familie gehabt: Wir haben das Instrument kennengelernt, seine Musik, selbst einen Kontrabass gebaut, beim Autokauf denken müssen, dass das Instrument Platz findet, manche Aufführungen besucht, traumhaft schöne und beeindruckende Projekte miterleben dürfen…
Franz Pillinger ist ein exzellenter Lehrer, er freut sich, wenn er gute Schüler hat und mit ihnen was weiterbringt. (Dominik ist gern und immer noch mit ihm und dem Kontrabass verbunden.) Er unterrichtet auch an der Musikschule in Hallein, freut sich hier über die gute Zusammenarbeit mit dem Leiter, Sepp Grabner.
Jedes Projekt von Franz Pillinger ist interessant und geht weit über ein übliches „Konzert“ hinaus, ein kleines, aber erlesenes und treues Publikum weiß das zu schätzen. Als Bass-Solist spielt Franz Pillinger bevorzugt seine eigenen, für sein spezielles Instrument und seine Technik geschriebenen Kompositionen. Seine Werke für Bassgeige Solo beinhalten meditative und polyphone Abschnitte, „klassische“ Virtuosität, Jazz, Rock, dadaistische und surrealistische Abschnitte in Kombination mit vielsprachigen Texten.
Mit seinem Bass-Orchester aus Musikern und Schülern, zusammen mit sehr guten Sprechern werden aus Texten und Musik hinreißende Aufführungen gestaltet; „Bassquartett“ und „Phantastisches Musiktheater“ sind weitere Facetten seines musikalischen Wirkens.





Auch in Hallein hat es einmal eine Aufführung gegeben: „Die Heimkehr des verlorenen Sohnes“ - ich bin glücklich, dass immer noch Leute sagen, wie schön das war. Dem Pfarrer hat es aber gar nicht gefallen, und nie wieder ist etwas zustandegekommen.
In den letzten Jahren hat Franz Pillinger im Spätherbst sein eigenes, kleines Festival „Vom Klang der Seele“ veranstaltet: Eine Verbindung von Unterwegs-Sein, Hören und Sehen - ein Gang mit Fackeln zur Kirche am Nonnberg oder über die Felder zur Kirche Aigen, dann Musik und Lyrik aus allen Zeiten und vielen Kulturkreisen, aus der chinesischen, orientalischen und europäischen Kultur und Tradition, Musik und Mystik, Christliches und Überkonfessionelles. Ein bitter notwendiger Kontrast zum erbarmungslosen Kitsch und Trubel, der dann im Advent über Salzburg hereinbricht.

Franz Pillinger erzählt über manche aufreibende Vorbereitungen und Auseinandersetzungen, schildert seine Vorhaben und Hoffnungen für die Zukunft. Für ihn sind Inkompetenz und Nichtskönnerei ein Gräuel. Ich habe den Eindruck, dass seine Worte sich sowohl auf sein musikalisch-künstlerisches Umfeld, als auch auf den Bereich „Kirche“ beziehen: „Ich hab´ immer wieder Schwierigkeiten, weil ich nicht alles hinnehme!“ Es hat ihm wehgetan, dass ihm die Möglichkeit verwehrt wurde, den wunderbaren Aufführungsort Nonnberg-Kirche weiterhin für „Klang der Seele“ zu erhalten. „Die Kirche ist ein Kulturträger - umso schlimmer, wenn hier keine Offenheit besteht.“ Neid, Aktionen hinter dem Rücken, dumpfes Unverständnis hat er zur Genüge erlebt.
„Bei einem Konzert gibt der Dirigent den Takt usw. vor - ganz klar, man muss sich dran halten und sich einordnen. Was aber, wenn der Dirigent selber seine Sache nicht kann, aus dem Takt kommt usw?“ Nicht jeder, der anschaffen kann, versteht auch seine Sache!
„Ich würd´ mir wünschen: mehr Leute, die sich das trauen - aufstehen, neinsagen, nicht mitmachen. Wir leben in einer Zeit, wo doch ein gewisser Grad an Aufmüpfigkeit geboten wäre. Ich jedenfalls will das, was ich mache, nie auf einer Lüge aufbauen!“


Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser, Salzburg

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (15.12.07 - 17.12.07 - ) / 1992 / 616