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Hans-Peter Noppinger beim Einsatz nach dem Tsunami in Sri Lanka
Monika Noppinger als Vorturnerin beim HTV 1866
Hans-Peter und Monika Noppinger
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20. Dezember 2007 - Familie Noppinger
Monika und Hans-Peter Noppinger sind beide im Polizeidienst. Sie haben offene Augen und ein großes Herz für alle, die Hilfe brauchen, aber auch viel Kenntnis und Erfahrung.
Es ist nicht gar so leicht, mit Familie Noppinger Kontakt aufzunehmen. Selten ist jemand zuhause anzutreffen, und sie stehen nicht im Telefonbuch. Von Mutter Noppinger in der Davisstraße erhalte ich seine Handy-Nummer, er wird doch am Samstag Vormittag um ½ 11 erreichbar sein? „Noppinger“ meldet er sich keuchend. „Das ist jetzt ganz blöd, wir sind grad bei den Salzburger Meisterschaften…“ Es ist gar nicht so leicht, Familie Noppinger zu erreichen!
Es hat sich dann aber doch noch gefügt. Monika stammt aus (Ost-)Tirol aus einer Bergbauernfamilie, sie erzählt gern davon und ist von dieser Herkunft sehr geprägt: Füreinander da sein, sich aufeinander verlassen können, angenommen werden, wie man ist. „Ich denke, dass meine soziale Ader von da her stammt. Egal, wohin ich in meinem Leben auch komme - ich neige immer dazu, der ,Kümmerer-Typ´ zu sein: Ich schaue hin und versuche auch zu helfen.“ Hier liegen auch die Wurzeln ihres überzeugten und gern gelebten katholischen Glaubens. Sie hat die Sozialfachschule in Innsbruck besucht und war dann 1 Jahr mobile Familienhelferin. 1984 kam sie in Innsbruck zur Gendarmerie und war dort bis 1991 bei der Kriminalabteilung.
1991 heiraten Hans-Peter Noppinger und Monika und wohnen in Burgfried Süd in Hallein. Auch er ist bei der Polizei, aber sonst ein ziemlicher Gegensatz zu ihr: Aus einer Kleinfamilie in der Stadt, und eher zugeknöpft, wie die meisten Halleiner, und wenig fromm oder kirchlich. Gegensätze, die sich anziehen! Sie haben zwei Kinder: Michael und Stefanie.
Wie ein Stein, der ins Wasser fällt, Kreise zieht, so beginnt Familie Noppinger auch nähere oder weitere Kreise zu ziehen, und auf ihre Weise etwas zum besseren Zusammenleben der Menschen beizutragen: Monika war in ihrer Karenzzeit auch Tagesmutter - sie unterstützt das Salzburger Hilfswerk im Tennengau und wird Regionalausschussobfrau. In ihrer Siedlung Burgfried Süd gibt es kaum Angebote für Kinder und Jugendliche? Sie organisiert Lernhilfe und Spielbetreuung, die Stadtgemeinde fördert und übernimmt diese Initiative. Kinder brauchen mehr Sport- und Turnmöglichkeiten? Sie wird „Vorturnerin“ und „Lehrwartin“ beim Halleiner Turnverein. Sie war im Pfarrgemeinderat und hat bei den Landtagswahlen für die ÖVP kandidiert. Und vieles mehr…

Familie Noppinger
Hans-Peter Noppinger ist Chefinspektor und Bereichsleiter für Tatortermittlung in Salzburg. Er war bei den Einsätzen in Kaprun und nach dem Tsunami in Thailand und Sri Lanka dabei, was die ganze Familie geprägt hat: Ihn am Ort der Katastrophen, und die Familie daheim, lange allein und ohne Nachricht. Für seine Arbeit gilt als Hauptaufgabe, gute und schnelle Arbeit zu leisten und so Gewissheit zu schaffen für Opfer und Angehörige. Die Wichtigkeit der Nachbetreuung für Einsatzkräfte wurde seither immer mehr erkannt, und die Betreuung von Angehörigen und Opfern wurde ausgeweitet.
Sie ist seit 2002 im Bezirks-Polizei-Kommando und hat sich den Anforderungen des Polizeidienstes zu stellen: „Bei einem Polizei-Einsatz weiß man nie, was auf einen zukommt, was einen erwartet. Man sollte alles können: Recht, Psychologie, mit Gewalttätern umgehen, sich um die Opfer annehmen… Die Palette wird immer breiter. Man muss für die Menschen Verantwortungsbewusstsein haben!“ Von den Menschen wünscht sie sich mehr Zivilcourage, dass jeder tut, was er kann und was notwendig ist und nicht wartet, bis jemand kommt, der das macht.
Trotz spärlicher Zeit pflegt Familie Noppinger ihre Verbindungen zu den Herkunftsfamilien und Verwandten und hat auch einen großen Bekanntenkreis. „Geborgensein nicht nur in der Familie, sondern rundherum! Nicht in der Anonymität versinken!“ Und wenn jemand sagt, ihr seids doch blöd, was habts ihr denn davon, es kommt doch nichts zurück!? - „Es gibt so oft ein Danke, und Freude, und wenn ein Netzwerk an gegenseitiger Hilfe entsteht, bedeutet das nicht Belastung sondern Freude! Es ist so schön, wenn in einer Gruppe die soziale Kompetenz wächst und sie Schwächere mitnimmt und ihnen hilft!“
Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser, Salzburg
Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (19.12.07 - 21.12.07 - ) / 1997 / 656
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