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Iris Brandstetter (oben), Eva Epp (mitte) und Markus Brunnauer (unten)
Jugendbus „Paradise“
Iris Brandstetter vor einer Collage von Jugendlichen
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21. Dezember 2007 - Streetwork Hallein
Worten und Zahlen der Statistik wirken trocken und dürr: 3372 Kontakte… 242 Beratungsgespräche… 216 Jugendliche… Dahinter aber steht der engagierte Einsatz des „Streetwork Hallein“ und das beeindruckende Ergebnis, dass vielen Jugendlichen zu einem besseren Leben mit weniger Konflikten und mehr Sinn verholfen wurde.
Streetwork Hallein wurde im Oktober 2002 als Modellprojekt ins Leben gerufen und nahm 2004 seinen laufenden Betrieb auf. Subventionsgeber sind das Land Salzburg und die Stadt Hallein, Trägerverein ist die Caritas der Erzdiözese Salzburg. Zielgruppe sind sozial benachteiligte Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die sich in Hallein aufhalten. Büro und Treffpunkt sind in der Schwarzstraße 8 (im Hochhaus, gleich neben dem Cafe). Es ist „aufsuchende soziale Arbeit“ mit den Zielen:- Verbesserung der Lebenssituation sozial benachteiligter Jugendlicher in Hallein;
- Sprachrohr zu sein für Jugendliche in Hallein;
- Jugendliche in allen Lebenslagen (Beruf, Schule, Familie…) zu unterstützen.
Streetwork Hallein möchte Jugendlichen einen „niederschwelligen Zugang“ ermöglichen: durch regelmäßige Präsenz in Stadtteilen, wo sich viele Jugendliche aufhalten, wachsen Bekanntheit und Vertrauen. „Besonders intensiven Kontakt hatten wir zu Jugendlichen mit türkischer oder ex-jugoslawischer Abstammung. Beide Gruppen halten sich an einem stark frequentierten Platz im Zentrum von Hallein auf und somit besteht großes Konfliktpotenzial. Nicht selten wurde auch unsere Anlaufstelle zum „heißumkämpften“ Aufenthaltsort dieser Cliquen. Dennoch ist es uns gemeinsam mit den Jugendlichen gelungen, den interkulturellen Spagat zu schaffen und ein friedliches Neben- und Miteinander aufzubauen.“ „An diesem Platz im Zentrum von Hallein gab es 2006 des öfteren Probleme zwischen dort ansässigen Firmen bzw. Anrainern und den Jugendlichen. Durch Gespräche mit beiden Konfliktparteien und die regelmäßige Anwesenheit gelang es uns, eine Verbesserung der Situation herbeizuführen.“

Das Streetwork-Team
Soforthilfe findet vor allem in den Bereichen Lehrstellen-/Arbeitssuche und rechtliche Fragen (Verwaltungsstrafen und Anzeigen) statt.
Im Zuge langfristiger Beratung und Betreuung werden die Jugendlichen dabei unterstützt, Perspektiven sowie eigene Strategien zur Problemlösung zu entwickeln. Dabei ist der Aufbau einer persönlichen Beziehung ein wesentlicher Faktor. Das häufigste Thema, mit dem sich Jugendliche an Streetwork wenden, war das Thema „Arbeit“. Sehr viele arbeitslose Jugendliche bzw. Jugendliche ohne Hauptschulabschluss nutzten eine Beratung, um sich bei der Arbeitssuche Unterstützung zu suchen und ihre Möglichkeiten auszuloten. Das Thema „Freundschaft und Sexualität“ beschäftigte vorwiegend Mädchen. „Rechtliche Fragen“, vor allem in Hinblick auf Strafen und Anzeigen, wurden hingegen vor allem von Burschen gestellt.
Freizeit- und Projektarbeit bietet den Jugendlichen Alternativen zum Lebensalltag, es werden alte bzw. bislang unentdeckte Energien und Interessen gefördert.
Der Jugendbus „Paradise“ besteht seit November 2005 und ist dreimal wöchentlich für Jugendliche aus Burgfried Süd, die zwischen 12 und 18 Jahre alt sind, geöffnet. Die Betreuung des Busses obliegt Streetwork Hallein. Ziel ist es, Jugendlichen im Stadtteil Burgfried Süd durch ein niederschwelliges, stationäres Angebot eine soziale Erstversorgung zu bieten.
Im Jahr 2006 gab es 1637 Kontakte mit Jugendlichen. Während dieser Zeit kamen regelmäßig 10-25 Jugendliche, die das neue Angebot mit Begeisterung annahmen. Weiters wurden im Bus Beratungen durchgeführt.
Iris Brandstetter aus Salzburg hat Erziehungswissenschaften studiert und ist jetzt 1½ Jahre hier. „Es taugt mir, ich wollte gerne mit Jugendlichen etwas machen. Meine Hoffnung: Dass sie es schaffen, Unterstützung und Hilfe zu suchen und anzunehmen!“
Eva Epp kommt aus Abtenau und hat Spaß an ihrer Arbeit: „Es ist spannend, dass man nicht in einem Büro, sondern auf der Straße arbeitet! Immer, wenn jemand kommt und es wird ein guter Kontakt, ist das ein schönes Erlebnis.“
Markus Brunnauer aus Elsbethen hat vorher 13 Jahre bei einer Bank gearbeitet und eine Ausbildung als Dipl. Lebens- und Sozialberater. „Es gefällt mir wie am ersten Tag! Werden Rat und Hilfe angenommen, war es ein guter Tag - wenn nicht - war es auch nicht sinnlos!“
Als grundlegende Hoffnungen und Wünsche der Jugendlichen bezeichnen sie aus ihrer Erfahrung:- Ziele haben und eine Perspektive,
- Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe,
- Ernst genommen und akzeptiert werden.
Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser, Salzburg
Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (20.12.07 - 22.12.07 - ) / 1998 / 526
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