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Pflegedirektor DGKP Karl Schwaiger




Sr. Irmengard

22. Dezember 2007 - KH Hallein / Palliativ-Station

„Palliative - Care“ dient der Versorgung von Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung. Das Team der Station „Interne B“ kümmert sich um die körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen.

Jedoch ist eine Palliativstation keine Sterbestation!

Hauptziele der Palliative - Care:
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Gute Schmerztherapie
  • Linderung und Behandlung von Krankheitssymptomen
  • Psychologische und psychotherapeutische Betreuung
  • Spirituelle Begleitung
  • Beratung, Unterstützung und Begleitung der Angehörigen
  • Beistand in der Sterbephase
Aufgenommen werden Patienten mit einer fortgeschrittenen, nach menschlichem Ermessen unheilbaren Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung, wenn eine medizinische Aufnahmeindikation vorliegt (z.B. therapieresistente Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen usw.), wo eine weitere Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist.
Die Aufnahme ist unabhängig von der Religionszugehörigkeit und der finanziellen Situation des Patienten. Voraussetzungen: Der Patient und dessen Angehörige müssen über die Erkrankung und den fortgeschrittenen Krankheitsprozess aufgeklärt sein und sind mit der Aufnahme und der weiteren palliativmedizinischen Betreuung einverstanden.
Angehörige sind HERZLICH WILLKOMMEN und werden auf Wunsch in die Betreuung miteinbezogen. Übernachtungsmöglichkeit und Verpflegung können gegen einen kleinen Unkostenbeitrag in Anspruch genommen werden. Besuche sind jederzeit möglich.
Die Einweisung erfolgt nach Absprache über den Hausarzt, durch andere Abteilungen oder von zu Hause, wenn der Patient bereits bekannt ist.
Die Aufenthaltsdauer ist begrenzt, da im Sinne des Patienten eine Entlassung nach Hause oder in eine andere Einrichtung angestrebt wird.




Das Team von Station Interne B versorgt auch die Palliativ-Station (unten), Primar Krempler + Schwester (oben-rechts)

Pflegedirektor DGKP Karl Schwaiger ist sehr stolz und froh, dass es gelungen ist, hier in Hallein eine der ersten derartigen Stationen aufzubauen, wie sie jetzt in ganz Salzburg eingerichtet werden; sie wird sehr gut in Anspruch genommen. Er ist der Stadtgemeinde und Bürgermeister Stöckl dankbar, die das KH hier immer unterstützt haben.
Auch die Mitarbeiter, welche die Menschen auf dem letzten Teil ihres Lebensweges begleiten, müssen gut betreut werden, die Halleiner sind hier Pioniere. Es gibt eine spezielle MA-Ausbildung, Supervision, und man achtet aufmerksam und vorsichtig auch auf das Wohlergehen des Personals.
Seine Telefongespräche mit dem Personal im Hause beginnen häufig mit der Frage „wie geht´s eana?“, und erst wenn zur Sprache gekommen ist, was den Mitarbeitern wichtig ist, bringt er das an, was er zu sagen hat. Ein Beispiel von Vorgesetzten- und Führungsstil, wie man ihn sich nur wünschen kann!

DGKS Maria Weber erzählt von 15 Jahren Erfahrung in der Intensiv-Pflege: „So rundet sich mein Berufsleben und mein persönliches Leben ab.“ Sie ist von der reinen Funktionalität in eine andere Rolle gewechselt: „Palliativ heißt lindern: Die Lebensqualität schützen, erhalten, verbessern. Das Leben lebenswert erhalten bis zum Schluss.“
„Jedes Betreten eines Zimmers ist ein neuer Anfang: Oft sind es zwei Welten, die sich Tür an Tür nebeneinander befinden. Es ist alles dabei: Kämpfen - aber auch loslassen können.“

Wichtig sind nicht nur die Patienten, sondern auch die Angehörigen. Es gibt Angebote der Psychologie, Psycho- und Physiotherapie, auch der Seelsorge.
„Das Ziel ist: So individuell wie möglich auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen.“

Für Sr. Irmengard Wind von der KH-Seelsorge ist die Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen in der Palliativ-Station immer ein Anliegen. „Der gläubige Mensch ist nie allein, er hat Hoffnung!“ So versucht sie, Trost, Hoffnung und Freude zu bringen. Es ist eine erfüllende Aufgabe für Ordensschwestern und als ehemalige Krankenschwester hat sie einen Heimvorteil im Krankenhaus. Sie war ihr Leben lang gern Klosterfrau und Krankenschwester und wünscht sich sehr, dass auch andere diesen Weg einschlagen möchten. Sie denkt: „Krankenschwestern gibt es genug - die Patienten werden bestens versorgt. Aber wer macht Seelsorge?“


Autor / Quelle: Mag. Wilfried Kaaser, 2002-2007 Mitarbeiter in der Krankenhausseelsorge Hallein

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (21.12.07 - 23.12.07 - ) / 1999 / 666