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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe




Zwiespältig
Ein Mensch – zwei Seelen:
während die eine nach Lust und Spaß, Reichtum und Macht sucht,
sehnt sich die andere nach der tiefen Wahrheit Gottes.


Oft ist es ungeheuer schwer, sich zu entscheiden, und deshalb neigen so viele Menschen dazu, die Diktatur als etwas Gutes zu empfinden; sie hoffen, ein solches System nähme ihnen ihre Entscheidungen ab.

(Yehudi Menuhin)

13. Sonntag im Jahreskreis

28.06.2002: Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.

Wenn wir Gäste einladen und sie bei uns aufnehmen, dann richten wir uns nach ihnen und ihren Interessen. Was möchten sie gerne essen? Möchten sie etwas spielen oder lieber erzählen? Haben wir auch Spielzeug für ihre Kinder? Wir möchten unsere Art zu leben mit ihnen teilen und von ihnen profitieren. So laden wir in der Regel Freunde, Bekannte oder Verwandte ein. Einen Propheten einzuladen, weil er ein Prophet ist, oder einen Gerechten einzuladen, weil er ein Gerechter ist, ist uns wohl noch nie eingefallen. Vielleicht wäre es auch ein wenig schwierig auszuhalten. Propheten sagen vermutlich nicht nur Angenehmes und Gerechte könnten uns daran erinnern, dass wir selber vielleicht nicht immer so für die Gerechtigkeit einstehen. Gerade deshalb sollten wir es einmal tun, und wenn wir es zuerst nur in Gedanken tun: einen Propheten einladen, nach dem wir uns dann richten und ihn bei uns aufnehmen. Was würde er von uns erwarten? Und wir könnten uns – wenigstens in unserer Vorstellung – einen Gerechten aufnehmen, der unser Leben prägen und verändern soll. Und schließlich sollten wir immer wieder Jesus einladen und damit Gott selbst aufnehmen, damit er unser Leben bestimmt und wir uns nach ihm ausrichten.




Autor / Quelle: Klaus Metzger-Beck

Beitrag online bis 4.7.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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