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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Die Kirche wird weniger gestützt durch die gerunzelten Stirnen kluger Denker, als durch die gefalteten Hände der Einfältigen.


Es gibt eine Selbstgefälligkeit des Glaubens, die unverzeihlicher und gefährlicher ist als die Selbstgefälligkeit der Intelligenz.
(Dag Hammarskjöld)

14. Sonntag im Jahreskreis

05.07.2002: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

Endlich mal ein erholsames Evangelium. Passend zur Jahreszeit. Worte gegen den ewigen Stress. Erholsam, beruhigend. Beruhigend? Eher verwirrend. Hat er nicht eben noch gesagt: „Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert“? Viel verlangt von Leuten, die wissen, wo sein Weg geendet hat. Kreuzweg. Doch heute lädt er ein: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.“ Da zögern wir dann doch. Wie die Leute damals auch. Kann er uns die Lasten unseres Alltags abnehmen, die Bürden unserer Sorgen? Will er? „Nehmt mein Joch auf euch.“ Noch eins? „Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“ Ruhe? Können wir uns die Ruhe denn überhaupt leisten? Wie lebt der Christ mit solchen Einladungen und Aufforderungen? Mit diesen Widersprüchen? Wir sollten uns darauf einlassen. Auf ihn also. Man lernt von ihm. Widersprüche provozieren und entdecken Glaubwürdigkeit. Am siebten Schöpfungstag ruhte Gott. Warum ihn nicht beim Wort nehmen, wo das Jesus auch tut? Wenig später wird er uns belehren, dass der Mensch nicht für den Sabbat da ist, sondern umgekehrt: der Sonntag ist ein Geschenk für die Menschen. Also nehmen wir ihn beim Wort: Sommerzeit, Urlaub. „Ruht euch ein wenig aus“. Gut so, um ihn dann, wenn wir uns erholt haben, auch wieder beim Wort nehmen zu können.




Autor / Quelle: Bernd Kaut

Beitrag online bis 11.7.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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