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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Alle kennen Zeiten von Ratlosigkeit, Zeiten voller Verzweiflung. Und manchmal fehlen selbst die Worte zum Beten. Gott weiß um solche Situationen. Und verurteilt uns nicht. Im Gegenteil: Gerade dann sendet er uns seinen Geist, der uns aufrichtet; der uns den Worten des Paulus vertrauen lässt: Dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.





4. Mai 2008 - Exaudi (6. Sonntag nach Ostern) VI

Der schönste Satz des Paulus steht in diesem Bibelabschnitt des Römerbriefs. Und Schönheit ist ja nicht nur schön, sondern auch gefährlich.

Das mach ich mal!
Bibelwort: Römer 8,26-30

Wir wissen aber, sagt Paulus, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Wunderbar, herrlich – und gefährlich. Sehr gefährlich, wenn man den Satz nur an der Oberfläche zu sich nimmt. Er will aber in der Tiefe aufgenommen sein.

Biblische Sätze sind an der Oberfläche oft schön, in der Tiefe dann sind sie wahr. Ganz tief im glaubenden Herzen heißt dieser Satz: Was von Gott kommt, ist Liebe, auch wenn es völlig anders aussieht. Aber glaubende Augen sehen eben anders. Sie sehen so lange hin, bis sie Liebe in allem sehen. Und wenn es ihnen nicht gelingt, dann trauen sie ihren Augen so lange nicht, bis es ihnen gelingt. So tief ist dieser Satz und so gefährlich, dass ich ihn nicht einfach so machen kann. Ich muss ihn erleben. In der Tiefe erleben und erleiden. Wie Paulus und Jesus und Petrus. Nur wer auch an Gott leidet, wem fast das Herz zerspringt vor Gram und Leid, denen kann sich dieser schöne Satz in seiner ganzen Tiefe öffnen. Was von Gott kommt, ist Liebe. Darum will ich Gott lieben mit allem, was mir möglich ist.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Michael Becker

Beitrag online bis 2.6.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (1.5.08 - 08.05.08 - ) / 2149 / 182