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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Was für ein großes Wort:

„Frieden“! Es ist schwer, etwas für den Frieden zu tun. Da geben viele auf, bevor sie richtig damit begonnen haben, weil sie sich ohnmächtig fühlen. Allein gegen die Mächte und die Mächtigen der Welt – wer will das schon? „lst’s möglich, so viel an euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden“, sagt Paulus. Ist es denn möglich? Wie sollen wir das anfangen? Feindschaft und Krieg entstehen zwischen Menschen – sie wachsen nicht aus dem Boden. Und weil das so ist, hat die Hoffnung einen guten Grund, auch der Frieden könnte zwischen zwei Menschen beginnen. Dadurch, dass einer lernt, sich selber anders zu sehen. Dadurch, dass einer lernt, den anderen anders zu sehen. Und dadurch, dass aus dieser anderen Sichtweise auch eine andere Verhaltensweise erwächst.





15. Juni 2008 - 4. Sonntag nach Trinitatis VI

Wenn das kein guter Rat ist, den der Apostel hier gibt: Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

Das mach ich mal!
Schriftwort: Römer 12, 17-21

Da kann man doch eigentlich nur noch ausrufen: Das mach ich mal. Aber die Justiz seufzt unter den nicht enden wollenden Nachbarschaftsprozessen. Viele Familien ächzen in Erbschaftsstreitigkeiten. Manche Ehefrauen flüchten, weil sie gedemütigt oder gar geschlagen werden. Der Weltfriede wird angestrebt – und die eigene Welt liegt im Unfrieden. Was ist da los? Es ist einfach sehr schwer, Unrecht zu tragen und auf sein Recht zu verzichten. Wer sich im Recht weiß – auch wenn er irrt – will sein vermeintliches Recht auch bekommen. Das ist das Problem. Und der andere: der Nachbar, der Kollege, die Stieftochter wollen eben zu gleicher Zeit ihr vermeintliches Recht auch bekommen. Recht haben und bekommen ist zu einem der höchsten Werte geworden, wertvoller offenbar als Frieden. Frieden allein genügt also nicht, solange nicht auch dazu gesagt wird: Zum Frieden kann der Verzicht aufs eigene Recht gehören. Zum Guten, welches das Böse überwindet, kann es um Gottes und des Friedens willen gehören, das eigene Recht nicht durchzusetzen. Und wer macht das?





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Michael Becker

Beitrag online bis 26.6.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (12.6.08 - 19.06.08 - ) / 2179 / 194