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Ein alter Spruch sagt: „Gott nimmt nicht die Last von uns, aber er stärkt die Schultern.“ Genau das steht auch im Evangelium des Sonntags. Jesus sagt nicht: Ich nehme euch eure Lasten ab; ich befreie euch von der alltäglichen Mühsal des Lebens. Er sagt: Ich trage mit euch! Er erinnert uns daran, dass wir Kinder Gottes sind und als solche dürfen wir uns ihm anvertrauen. Das ist die frohe Botschaft, die uns von der Mühsal des täglichen Leistungsdrucks befreit. Wir müssen nicht selbst die Begrenztheiten unseres Lebens mit ständigen Leistungssteigerungen durchbrechen. Im Gegenteil, wir dürfen uns wie Kinder auf den verlassen, der uns selbst aus allen Begrenztheiten befreit.
6. Juli 2008 14. Sonntag im Jahreskreis A 1. Lesung Sacharja 9,9-10 2. Lesung: Römer 8,9.11-13 Evangelium: Matthäus 11,25-30
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6. Juli 2008 - 14. Sonntag im Jahreskreis
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Das mach ich mal! Bibelwort: Matthäus 11,25-30
Zunächst verwirrt mich diese Textstelle. Wie passt das zusammen, wenn Jesus die Mühseligen und Beladenen einlädt, zu ihm zu kommen, um sie zu erquicken und gleichzeitig vom Joch und von einer Last redet, die wir auf uns nehmen sollen? Normalerweise schrecken wir zurück, wenn uns so ein Wort vom „Jochtragen“ zugesprochen wird. Denn ein Joch findet wohl jeder bei sich: Das Joch einer Krankheit, das Joch drohender Arbeitslosigkeit und wachsender Schulden, das Joch gescheiterter Beziehungen, Drückendes im Leben, dem man nicht ausweichen kann. Das Bild vom Joch verweist uns dabei auf den Bereich der Landwirtschaft. Es ist ein Hilfsmittel, ein schweres, stabiles Holzstück, das den Zugtieren, die eine schwere Last ziehen müssen, aufgelegt wird. Das Joch hilft, Lasten einigermaßen gut und schmerzfrei tragen zu können und die Arbeit gut zu leisten. Das Joch selbst ist nicht die eigentliche Last – es ist ein Werkzeug, um schwere Lasten ziehen zu können. Jesus bietet uns also ein Hilfsmittel an, um die Lasten des Lebens zu tragen. Welches Hilfsmittel könnte das sein? In den Evangelien steht immer wieder, dass Jesus in Zeiten, in denen ihm sein Wirken zu Last wird, in denen er Ruhe für seine Seele sucht, in die Einsamkeit geht, um zu seinem Vater zu beten. Das Gebet als ein Joch, ich glaube, das passt. Das Gebet braucht Disziplin, feste Zeiten, Ruhe, auch Verzicht auf anderes, was ich in diesem Moment vielleicht lieber täte. Doch es hilft auch, es stärkt, die Lasten des Alltags neu zu tragen.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Peter Kane
Beitrag online bis 3.8.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (3.7.08 - 10.07.08 - ) / 2187 / 219
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