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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Dennoch reiche Ernte

Die Jünger machten die Erfahrung, dass Jesu Botschaft von den Menschen nicht so angenommen wurde, wie sie es erwarteten. Zweifel und Mutlosigkeit nagten an ihnen, machten sie unsicher und ließen sie fragen, wie alles weitergehen wird. Mit dem Gleichnis vom Sämann nimmt Jesus den Erwartungsdruck und den Erfolgszwang von ihnen – und von uns heute, die wir versuchen Gottes Wort zu verkünden. Mit dem Bild von Aussaat und Ernte macht er uns bewusst: Nicht jede Saat bringt Frucht. Damit müssen wir uns abfinden. Letztendlich bringt aber die Saat, die auf guten Boden fällt, reiche Ernte.




13. Juli 2008
15. Sonntag im Jahreskreis A
1. Lesung: Jesaja 55,10-11
2. Lesung: Römer 8,18-23
Evangelium: Matthäus 13,1-23

13. Juli 2008 - 15. Sonntag im Jahreskreis

Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.

Das mach ich mal!
Bibelwort: Matthäus 13,1-9

Ziemlich unprofessionell, dieser Sämann. Streut und verteilt ohne Rücksicht auf Bodenqualität und Erfolgsgarantien. Da geht viel daneben, ins Abseits der Dornen und Felsen und bringt nichts.

„So kann man das doch nicht machen! Die Ressourcen sind schließlich begrenzt, jemand muss ja auch den Samen zur Verfügung stellen. Alles wird weniger, da muss man seine Kräfte bündeln, Kompetenzen richtig zuwesen, prüfen, was sich noch lohnt.“ So würde ein Unternehmensberater den Kopf schütteln.
Aber dieser Sämann gehört nicht zu den McKinseys dieser Welt. Er sät und streut und hofft auf reiche Ernte. Entweder ist er sehr naiv. Oder er weiß: Kleinliches Abzählen, enges Begrenzen auf garantiert fruchtbare Ecken kostet nur Zeit und Kraft. Großzügiges Verschwenden lässt Körner aufspringen, wo es niemand erwartet. Missionar oder McKinsey – wer möchten wir sein?





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Christina Bramkamp

Beitrag online bis 10.8.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (10.7.08 - 17.07.08 - ) / 2189 / 201