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 © Helmut Meisl

 Firmung
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Was bedeutet die Handauflegung bei der Firmung?

Wenn jemand die Hand auf die Schulter gelegt bekommt, heißt das soviel wie: ich steh zu dir, du kannst mit mir rechnen.

Die Handauflegung durch den Firmspender ist eines der zentralen Zeichen beim Sakrament der Firmung. Schon in der Bibel ist das Auflegen der Hände mit dem Segen Gottes verbunden und bedeutet die Zusage Gottes, für einen Menschen da zu sein. Zugleich ist dies Auftrag, als Christ zu leben. Und zwar als mündiger Christ, denn das Sakrament der Firmung soll die Taufe bestätigen, vollenden und stärken. Wie jedes Leben wächst, reift auch das in der Taufe grundgelegte christliche Leben. Was damals die Paten stellvertretend für das Kind versprochen haben, löst der Firmling jetzt ein.

Der Firmspender unterstreicht die Heiligung und Kräftigung mit dem Chrisam, einer Mischung aus Olivenöl und Balsam, mit der der Firmling an der Stirn gesalbt wird. Als "Christos", vom griechischen Wort "Gesalbter", wird er mit dem alttestamentlichen Zeichen für die Mitteilung des Geistes Gottes bestätigt. Und schließlich besiegelt der Bischof den Firmling durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist. Er macht ein Kreuzzeichen auf die Stirn, wie ein Siegel und unauslöschliches Merkmal.

Eltern und Paten sollten Mitverantwortung für das religiöse Leben der jungen Christen übernehmen. Am eigenen Verhalten soll abzulesen sein, wie ein Christ lebt. Es ist für die jungen Leute nicht leicht, auch dann noch mit Gott, Glaube und Kirche etwas im Sinn zu haben und daraus zu leben, wenn der Firmtag vorbei oder sie aus der Schule entlassen sind. Zugleich darf die Firmung nicht zu einer äußerlichen und kostspieligen Angelegenheit werden. Natürlich ist sie ein Fest, das gefeiert werden soll. Die Mitte des Festes ist, was den eigentlichen Festtag überdauert: die Gabe des Heiligen Geistes wird einem jungen Menschen geschenkt, damit er sein Leben so gestalten kann, daß es gelingt. Um dieses Geschenk geht es, um ein Sakrament und Zeichen der Nähe Gottes, und nicht um Geld oder den Ausflug.

Die Firmung schließt den Weg von Taufe und Eucharistie ab und führt zur Vollmitgliedschaft in der Kirche. Sie ist daher auch eine persönliche Entscheidung. Der junge Christ muß selbst entscheiden, welchen Weg, welches Lebensprogramm und welches Ziel er wählt. Die Kirche traut ihm das zu. Läßt ihn jedoch nicht allein. Die Kirche sagt ihm mit dem Sakrament den Beistand des Heiligen Geistes zu, sie nimmt ihn ganz auf in die Gemeinschaft. Und sie stellt ihm einen Paten zur Seite, der nicht nur für ein großes Geschenk sorgen soll. Der Firmpate soll persönlicher Gesprächspartner und Helfer sein, für wichtige Fragen im Leben und im Glauben.

Die Firmung ändert aber auch nicht von einem auf den anderen Tag das Leben. Sie ist ein Anfang und muß sich im Umgang mit den Menschen erst erweisen. Christ ist man nicht einfach von Anfang an. Christsein, oder besser gesagt Christwerden, ist eine lebenslange Aufgabe, bei der sich jeder immer neu entscheidet, wes Geistes Kind er sein will.





Autor / Quelle: Meisl Helmut

Beitrag online bis 10.2.2019 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 41 (27.2.05 - 27.02.05 - ) / 22 / 1538