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Die Weltkugel als Erntedanksymbol in Neualm
v.l. Christine Lenz, Juliane Moser, Gerda Längauer und Monika Finster haben die Weltkugel gebastelt
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Erntedank - danken wofür?
Erntedankfest und Abschied von Kooperator Josef Pletzer am 4. Oktober 2008 um 18:00 Uhr im Pfarrzentrum Neualm
Erntedank – danken wofür ? Brauchen wir heute noch ein Erntedankfest? Wir haben doch heute alles in Hülle und Fülle. Die Supermarktregale sind zum Bersten voll. Obst und Gemüse, das nicht mehr makellos ausschaut wird gleich weggeschmissen, es ist ja auch genug Frisches da. Und sollte die Ernte hier bei uns nicht so gut ausfallen, dann kaufen wir Äpfel und Birnen aus Chile oder Südafrika, wo die Sonne sicher scheint. „Früher, ja früher war das ja ganz anders. Da gab es halt nur das von hier, und die Landwirtschaft war noch ganz einfach, nicht so industriell wie jetzt. Und weil alle froh und dankbar waren, dass der Herrgott alles wachsen lässt, ist man mit der Erntedankkrone in einer Prozession zur Kirche gezogen. Das war sehr schön und festlich“, erinnert sich eine ältere Frau aus unserer Gemeinde.
Was bewegt uns heute rund um den Begriff „Erntedank“? Bei mir sind es vor allem drei Gedanken: Die Hülle und Fülle ist trügerisch. Seit ich mich erinnern kann, hat es keine Lebensmittelknappheit in unseren westlichen Industrieländern gegeben. Jetzt schon. Wir spüren das alle durch die enormen Preissteigerungen der letzten Monate. Schlechte Ernten, Wirbelstürme, Überschwemmungen weltweit wirken sich auch auf uns aus. Das „tägliche Brot“ ist für viele, auch hier in Neualm zu teuer. Gleichzeitig landen täglich große LKW-Ladungen mit Brot vom Vortag im Müll. Der Umgang mit Lebensmitteln ist oft respektlos und unwürdig.
Die Erde, aus der alles kommt, ist ganz schön angeschlagen. Alles hängt zusammen. Wenn Europäer nur mehr Hühnerfilets essen wollen, dann werden die restlichen Teile des Huhns in arme Länder, wie Ghana verkauft. Bis sie dort sind, in einer ununterbrochenen Kühl- kette, ist viel CO² produziert worden. Unsere Erde ist nicht mehr heil und schön, sie ist verwundet, auch durch die Maßlosigkeit der Menschen. Dankbar zu sein, verändert den Blick auf die Dinge. Wenn ich es in meinem Alltag schaffe, für alltägliche Dinge dankbar zu sein, habe ich mehr Freude an allem. Dankbarkeit ist keine große Tugend unserer Zeit. Das Prinzip der Leistung und Gegenleistung ist uns da schon geläufiger. Danken zu können aus vollem Herzen, und die Geschenke der Erde annehmen und schätzen, ist sicher ein guter Grund, Erntedank zu feiern. Welche Art von Erntedankfest könnten wir heute brauchen? Das war die Frage, die wir uns auch im Liturgiekreis gestellt haben. Ist es sinnvoll für die Früchte der Erde zu danken und in welcher Form? Vieles hat uns bewegt. Wäre es nicht schön, auch in Neualm ein Symbol des Dankes, so eine Art „Erntedankkrone“ zu haben? Was könnte das sein? In Hallein gibt es Papier, Salz und andere Industrien. Wie sollte also unsere „Erntedankkrone“ aussehen? Woher kommt hier in Neualm unser Wohlstand? Was ist unsere Ernte? Woher haben wir alles in Hülle und Fülle? Eine Gruppe von kreativen Frauen hat sich zu diesem Thema auf den Weg gemacht, um etwas zu gestalten, was als Symbol unseres Dankes im 21. Jahrhundert, hier in Neualm in unserem städtischen Lebensumfeld zu unserem Erntedankfest am 4. Oktober passen könnte. Globus als Symbol einer neuen Welt Die entworfene Weltkugel, auf der sich Brot, Computerversatzstücke oder Wollsocken befinden und die auf Erde gebettet ist, gilt den Neualmern als Symbol einer komplex gewordenen Welt. Ein Zahnrad zeigt die "Verzahnung" der modernen Welt. Durch diese Erdkugel will der Pfarrgemeinderat von Neualm die Verbundenheit mi allen Menschen ausdrücken. Die Weltkugel soll auch künftig als Erntedanksymbol in Neualm fungieren.
Wir laden herzlich ein zum Erntedank-Gottesdienst und zur anschließenden Abschiedsfeier für Kooperator Josef Pletzer am Samstag, 4. Oktober, 18.00 Uhr im Pfarrzentrum Neualm
Autor / Quelle: Maria Schwarzmann
Beitrag online bis 31.10.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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