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 © Helmut Meisl

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Wenn die Gier nach Geld über die Moral siegt

Was sich zur Zeit auf den Finanzmärkten der Welt abspielt, ist das Ergebnis einer "Wirtschaft", bei der nur mehr die Geldgier jegliches Handeln bestimmt.

Der drohende Zusammenbruch des Welt-Seifenblasen-Marktes und das hektische Handeln der Politik sind nicht zu übersehen.

Das, was heute alles passiert, ist die Frucht der Geldgier und einer Irrmeinung, dass "Geld arbeitet". Geld ist eine tote Materie und zwangsläufig "stinkfaul". Das Geldsystem in dieser Form ist abartig und krank und muss zu diesem Ergebnis führen.

Wenn jemand in ein Unternehmen investieren will und sich mit Aktien einen Anteil an diesem Unternehmen kauft, dann ist das so lange in Ordnung, so lange diese Aktien um den NOMINALWERT gekauft werden. Der "normale" Erlös aus dem Aktienbesitz ist die DIVIDENDE. Geht es dem Unternehmen gut, gibt es eine solche, geht es ihm nicht so gut, gibt es keine. Soweit wäre das alles noch nachvollziehbar.

Doch wenn Wahnsinnige unter den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit, aller Politiker und aller Menschen mit Verstand nur mit der Spekulation darauf, dass eine Aktie aus welchem Grund auch immer einmal begehrter ist und einmal auch weniger bereits Geld verdienen können, dann muss das alles als krank bezeichnet werden.

Noch mehr krank sind Staaten, die solchen Handel nicht nur zulassen, sondern sogar noch zu dumm sind, um aus solchen zweifelhaften Geschäften lukrierte "Gewinne" ordentlich Steuererträge zu machen. Würden die Staaten aus ARBEITSLOSEN Aktien-Handelsgewinnen zB. 75% Steuern draufschlagen, wäre das System schnell wieder normalisiert und die Staaten hätten sogar genug Geld für "Rettungsaktionen", die sie bei bei einem Verbot dieses kranken und maßlosen Kapitalismus gar nie gebraucht hätten.

Was das mit Hallein zu tun hat? Sehr viel!

Auch Halleiner Betriebe sind von der Goldgräber-Mentalität der internationalen Geldhändler betroffen. Wobei das Wort "Betriebe" darüber hinwegtäuscht, dass es um die Existenz von hunderten Familien geht.

Diese Existenzen sind gefährdet, weil zB. in einer Halleiner Papierfabrik eines international agierenden Konzerns der Aktienkurs gesteigert werden kann, wenn ein Teil der Produktion einfach geschlossen wird. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Bereich zuvor kostendeckend oder gar gewinnbringend war. Ein steigender Aktienkurs sorgt für arbeitsloses Einkommen all jener, die zuvor Aktien dieses Unternehmens gekauft haben.

Diese Existenzen sind gefährdet, weil zB. in einer Halleiner Tamponfabrik eines ebenfalls international agierenden Konzernes ebenfalls der Aktienkurs gesteigert werden kann, wenn die Produktion einfach geschlossen wird, weil das Produkt woanders noch billiger gemacht werden kann. Auch hier spielt es keine Rolle, dass die Produktion bisher gute Gewinne abwarf. Es spielt auch keine Rolle, dass man sich einmal, als es nützlich war, ein ethisches Firmenleitbild zurecht gelegt hat.

Geld verdirbt den Charakter, wenn es um sehr viel Geld geht, sind Führungskräfte mit Charakter offensichtlich überhaupt nicht mehr zu sichten.

Würde die aktuelle Situation nur den Geldhändlern und Spekulanten schaden, so könnte man getrost zuschauen, wie superreiche etwas weniger reich werden. Vielleicht werden manche von Ihnen sogar "arm", dann wäre das aber noch immer kein Grund, diesem kranken System Steuermilliarden nachzuwerfen. Würde man das ganze Seifenblasensystem zusammenfallen lassen, wäre das vielleicht eine Chance für eine neue kapitalistische Weltordnung. Eine Weltordnung, bei der jene Menschen Geld (Lohn) bekommen, die selbst arbeiten und nicht jene, die ihr nicht verdientes, sondern erspekuliertes Geld "arbeiten" lassen. Doch das wäre eine neue Revolution und davor fürchten sich nicht nur die Spekulanten, sondern auch die am Gängelband der internationalen Konzerne hängenden Politiker in der ganzen Welt. Also spielen hunterte von Milliarden Euros plötzlich keine Rolle mehr.

Nur eines zum Schluss: Wenn von heute auf morgen so extrem viel Geld da ist, warum ist dann nie das Geld zur Beseitigung des Hungers in der Welt vorhanden; bei den heute genannten Beträgen, könnte diese Aufgabe spielend aus der Portokasse finanziert werden.





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 30.11.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (5.10.08 - 20.10.08 - ) / 2245 / 192