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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Zwölf Körbe voll
Die Reste unserer verweigerten Brotvermehrung füllen Tonnen. Denn wie damals meint man allen Ernstes, nichts zu haben, was man sinnvoll teilen könnte.


Das einzige, was die Armut beseitigen kann, ist das Miteinanderteilen.
(Mutter Teresa)



18. Sonntag im Jahreskreis

02.08.2002: Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische. Da sagte er: Bringt sie mir her.

„Gebt ihr ihnen zu essen“. Ein schlichter Rat, den Jesus da gibt. Den Jüngern damals. Uns heute. Wenn Menschen hungern, soll man nicht auf ein Wunder warten. Damals waren es fünftausend. Eine orientalische Zahl, gewiss. Aber viele waren es. Sehr viele hungerten! „Gebt ihr ihnen zu essen“, fordert Jesus seine Freunde auf. Die reagieren wie die meisten, die schon satt sind, wenn sie Hungernde sehen: „Schick sie weg!“ Wenig später werden sie schon wieder die Vater-Unser-Bitte auf den Lippen haben: Unser tägliches Brot gib uns heute. Unser. Klar, wir können ja auch nicht alle Probleme dieser Welt lösen. Immerhin, die Jünger bringen, was sie haben. Und schauen auf ihn: „Aller Augen warten auf dich, Herr, denn du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit“, singt der Psalmist. Der Herr blickt zum Himmel und spricht den Lobpreis. Es ist immer besser zu danken für das, was da ist, als darüber zu klagen, was fehlt. Danach teilt er aus und alle werden satt. Seltsame Mengenlehre: Mahl-nehmen durch Teilen. Manche Geschichten der Bibel hören wir zu oft, um sie noch zu hören. Alte Geschichten. Wir leben heute. Die Hungernden auch. Manchmal direkt neben uns. Die nach Leben hungern, nach Geborgenheit, nach Ruhe, nach Liebe. Und Jesus blickt in die Runde, also auch uns an und sagt: „Gebt ihr ihnen zu essen!“




Autor / Quelle: Bernd Kaut

Beitrag online bis 8.8.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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