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 © Helmut Meisl

 Adventkalender
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Dunkle Wolken über der Papierfabrik


Papiermaschine


Die Papierfabrik prägt das Antlitz der Stadt Hallein wesentlich mit


Wir freuen uns über Ihren Kommentar über diesen Beitrag des Adventkalenders in unserem Gästebuch

1. Dezember 2008 - Bernhard Steinberger

Die Halleiner Papierfabrik ist öfters schon so wie derzeit vor schwierigen Situationen gestanden. In der Lage, wie sie derzeit im November besteht, gibt es viele Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte: Verkauf, (teilweise) Stilllegung, Umstrukturierung oder Neuinvestitionen - vieles erscheint möglich, genauere Informationen liegen noch nicht vor, die Weiterentwicklung in der Zukunft ist offen.

In dieser Lage beginnen wir den Adventkalender 2008 mit dem Betriebsrat-Vorsitzenden der Halleiner Papierfabrik, Bernhard Steinberger, und bedanken uns, dass er über seine Erwartungen und Hoffnungen gesprochen hat.

Bernhard Steinberger ist 1970 geboren und ein waschechter Halleiner, er wohnt im Gamp. Er besucht in Hallein die Volks- und Hauptschule und das Poly, macht anschließend eine Lehre als Mess- und Regelmechaniker (heute: Prozessleit-Techniker) in der Papierfabrik (damals: PWA). Seit 1986 ist er Jugendvertrauensrat, seit 1991 im Betriebsrat. 2007 ist er als Vorsitzender nachgerückt, als Kollege Trattner in den Vorruhestand trat. Er lernt hier beachtenswerte Vorbilder kennen: Die Betriebsräte Rexeisen, Trattner, Schalwich oder seinen Vorstand Hr. Dr. Hartlieb. Für ihn ist die Hauptaufgabe eines Betriebsrates „Sprachrohr für andere zu sein!“.




Bernhard Steinberger, Betriebsratsvorsitzender der M-real Hallein

Die Arbeit in der Papierfabrik und als Betriebsrat füllt sein Leben fast vollkommen aus. Wenig Zeit bleibt für andere Vorlieben, etwa Sport (Radfahren und Bergwandern).
Gefragt nach seinen Wünschen und Hoffnungen richten sich diese konzentriert und selbstverständlich auf das Wohlergehen der Papierfabrik und der Belegschaft. In der derzeitigen Situation wirkt die große Ungewissheit, was die Zukunft betrifft, sehr belastend: „Die Zukunft ist nicht bekannt, die Entscheidungen trifft der Eigentümer. Man kann hier nur immer versuchen, unsere Anliegen einzubringen und durchzusetzen. Unser Wunsch wäre, den ganzen Standort (Zellstoff- und Papiererzeugung) zu erhalten! Aber wir müssen eben schauen, was beschlossen wird, und dann das Beste aus der Situation machen!“

Bernhard Steinberger ist ein eher ruhiger Typ, er hört gern zu und versucht Kompromisse zu schließen. Aber er kann auch laut werden, wenn es nötig ist. Wichtig ist ihm die Unterstützung und Wertschätzung durch die Mitarbeiter, für die er sich einsetzt. Bei den Betriebsratswahlen darf er eine hohe Zustimmung für die Namensliste erwarten. „Parteipolitik gibt es im Betrieb nicht, wichtig ist, dass die geleistete Arbeit passt. Die privaten Einstellungen sind zweitrangig!“

Da es immer wieder schwierige Situationen in der Halleiner Papierfabrik gibt, ist man hier an Kummer gewohnt. Bernhard Steinberger bedauert, dass im Unterschied zu früheren Jahren die Direktoren kaum mehr persönliche Bindungen zu Hallein haben, und dass viele Entscheidungen anonym, von oben herab getroffen werden. Wirtschafts-, Finanz- und Sachzwänge scheinen höchste Priorität zu genießen, das Wohlergehen der Arbeitnehmer und der ganzen Region scheint nur noch eine periphere Rolle zu spielen. Er ist dankbar für die Unterstützung durch Politiker aus der Stadt und dem Land, die sich für die Industriebetriebe in Hallein einsetzen. Und unermüdlich setzt er sich ein für die Belegschaft, für die er sich verantwortlich weiß.

Beim Thema „Kirche“ erinnern wir uns, dass früher kirchliche Angestellte die Gewerkschaftsschule besucht haben oder dass Bischof Eder einmal die Papierfabrik besucht und sich dann sehr dafür bedankt und „reich beschenkt“ gefühlt hat. Bernhard Steinberger meint, dass auch die Kirche dem Zwang ausgesetzt sei, bei so sehr verschiedenen Typen von Mitgliedern Kompromisse einzugehen und nicht nur die Wünsche einer Gruppe zu erfüllen. Wenn er wieder einmal in die Kirche kommt, freut er sich darauf, den neuen Kooperator kennenzulernen, der ihm ein interessanter Typ zu sein scheint


Autor / Quelle: Wilfried Kaaser, früher Pastoralassistent in Hallein

Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (30.11.08 - 04.12.08 - ) / 2314 / 654