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Die "Hallein-Schule" im südindischen Ort Vadipatty. Das größte Projekt des Arbeitskreises und mit Recht der ganze Stolz von Roman Anlanger
Sein Hobby Fotografieren führte erst kürzlich zu einer viel beachteten Ausstellung im Halleiner Keltenmuseum.
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3. Dezember 2008 - Prof. DI Roman Anlanger - Arbeitskreis "Wir in der EINEN Welt"
Roman Anlanger ist in Hallein bekannt als Leiter des Arbeitskreises „Wir in der einen Welt“. Immer ging es ihm darum, einerseits konkret etwas zu tun für die Menschen in Entwicklungsländern, andererseits als Vermittler aufzutreten für neue Ideen und Sichtweisen. Was motiviert ihn dazu?
Er stammt aus einem christlichen Elternhaus und wurde in Graz geprägt durch die KAJ (Katholische Arbeiter-Jugend): „Sehen - Urteilen- Handeln“ war ihr Leitspruch. Oder: „Über deine Träume entscheidet die Tat!“
Die Barke des Friedens - Bild von Prof. Ernst Degasperi auf der Fassade des Wohnhauses von Roman Anlanger
Als er als Techniker nach Hallein kommt, wird er mit einem deutschen Pater in Indien bekannt; sie beginnen, Projekte zu entwickeln und zu verwirklichen. Der Arbeitskreis „Wir und die dritte Welt“ wird gegründet, viele arbeiten mit Interesse und Begeisterung mit. (Später umbenannt: „Wir in der EINEN Welt“) Dieser Arbeitskreis besteht jetzt seit 37 Jahren. In Indien ergeben sich konkrete Möglichkeiten, etwas zu unternehmen und es gibt Ansprechpartner: Das letzte große Projekt ist die Errichtung und Ausstattung einer Schule in Südindien, die mittlerweile von über 1.000 Schülern besucht wird – eine Aufgabe die er sich mit 60 gestellt hatte. Vorher gab es zahlreiche andere Projekte wie eine Siedlung für alleinstehende Frauen, Grund und Kuhgasanlage für ein Altenheim usw. In Bolivien wird u.a. in San Ignacio ein Spital der Halleiner Schulschwestern unterstützt und mit Hilfe von arbeitslosen Jugendlichen eine Siedlung, ebenfalls für alleinstehende Frauen, errichtet. Um die Finanzierung zu ermöglichen, veranstaltet der Arbeitskreis vor ca. 30 Jahren in Hallein den 1. Weihnachts-Bastelmarkt. Weiters werden namhafte Künstler zur Unterstützung der Aktionen gewonnen und sie stellen ihre Arbeiten über 25 Jahre zur Verfügung. Ein Betrag von ca. 5 - 600 000 € wird im Lauf der Jahre aufgebracht und in Projekte investiert.
Zu Zeiten führt er das Leben eines worcaholics: Er ist Professor an der HTL in Salzburg, Leiter des Arbeitskreises, er hat ein Ingenieur-Büro - und eine Familie mit fünf Kindern. Verständlich, dass die Familie nicht immer helle Freude mit all den Aktivitäten von Roman Anlanger hat.
Schon früh hat er Interesse am Reisen und Fotografieren; 1960 seine erste große abenteuerliche Reise in die Türkei. Es folgen Reisen u.a. nach Bolivien, Mexiko, Brasilien, Indien, Vietnam, Burma, Iran, Jemen, Äthiopien, Armenien, Georgien, Usbekistan und in Europa.
Ein weiterer Wesenszug an Roman Anlanger ist das Bedürfnis, zu „vermitteln“, wodurch alle diese Aktivitäten noch um eine Stufe gehoben und erweitert werden: - Das Bemühen, Kunst in die Häuser und in die Familien von Hallein zu bringen. Die Menschen in Kontakt mit Kunst und Künstlern zu bringen.
- Den Menschen Offenheit, Freude und Interesse an fremden Kulturen, Religionen und Gesellschaftsformen zu bringen, ihren Horizont zu erweitern.
- Den Menschen Gelegenheit zu geben, am Bemühen für andere mit zu arbeiten, Gemeinschaft zu erleben.
- Auch durch Gruppen-Reisen Gemeinschaft erleben zu lassen und neue, ungewohnte Einblicke in fremde Länder zu vermitteln.
- Durch Vorträge und Informationsveranstaltungen weitere Kreise der Bevölkerung zu erreichen.
Viele Wege führen zu Gott - und Roman Anlanger lag immer daran, engagiert und aktiv seinen Weg zu suchen und zu gehen. Er hat dabei viele begeistern, motivieren und mitnehmen können. Doch ist nicht alles eine Erfolgsstory, was er unternommen hat. Misserfolge, Unverständnis und das Zweifeln an der Notwendigkeit, der Richtigkeit seines Denkens und Handelns haben ihn auch immer wieder begleitet. Die folgende Geschichte, die mir als Religionslehrer eingefallen ist, hat Roman Anlanger sehr angesprochen: Viele Wege führen von Hallein auf den Dürrnberg: die alte Winterstall-Straße, die neue Dürrnbergstraße, der Knappensteig; man könnte auch ohne Weg und Steg nach oben steigen. Früher hat es auch noch die Seilbahn gegeben oder alte Stollen im Berg. Natürlich auch den Umweg von hinten her über Berchtesgaden. Man kommt aber durchaus nicht weiter, solang man nur in Hallein sitzt und hinaufschaut! So ist es auch mit den Religionen: Alle führen zu Gott, aber halt nur, wenn man sich auf den Weg macht. Einige Wege sind leichter und bewährt, andere schwierig, steil und steinig. Möge jeder seinen Weg finden und ihn dann mutig beschreiten!
Ein Bild (von Prof. Ernst Degasperi) auf der Fassade seines Hauses in Adnet stellt es so dar: Die Barke des Friedens mit den Symbolen der verschiedenen Religionen - unterwegs zu Gott.
Autor / Quelle: Roman Anlanger und Wilfried Kaaser
Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (2.12.08 - 06.12.08 - ) / 2318 / 626
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