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Radomir, Jasmin und Thomas. Seit dem 15. Lebensjahr, nach der Zeit in der Feuerwehr-Jugend, voll aktiv dabei!
Josef Tschematschar (oben) und Gerhard Wellek (unten)
Gemeinschaft am Sonntagnachmittag beim Kaffee
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6. Dezember 2008 - Feuerwehr Hallein
Jeder wünscht sich, dass die Feuerwehr im Notfall möglichst schnell und effizient eingreift: Brände löscht, bei Katastrophen hilft und schützt, Unfallfolgen beseitigt. Was aber erhoffen und wünschen sich die Mitglieder der Feuerwehr? Bei einem Besuch haben einige über sich berichtet.
Die Feuerwehr Hallein umfasst 88 Personen, die freiwillig und ohne Bezahlung ihren Dienst tun. Sie sind eingeteilt in fünf Gruppen. Jeden Mittwoch Abend finden regelmäßige Übungen statt. Drei hauptberufliche Feuerwehrleute als Gemeindebedienstete sind hier angestellt, so dass jederzeit jemand erreichbar ist und Feuerwehrhaus und Einsatzfahrzeuge in Schuss bleiben. Jeden Samstag beginnt für abwechselnd eine Gruppe der Feuerwehr die Dienstbereitschaft: Sonntag Nachmittag werden Schulungen abgehalten, Geräte gewartet, auch die Gemeinschaft gepflegt; dann beginnt jeweils eine Woche Bereitschaftsdienst, in der sie jederzeit für Kleineinsätze zur Verfügung stehen. Im Brandfall werden alle Feuerwehrmänner durch Pager alarmiert und zum Einsatz gerufen.
Ab dem 12. Lebensjahr können Schüler zur Feuerwehr-Jugend kommen, ab dem 15. Lebensjahr können sie aktives Mitglied werden. Zur Feuerwehr kann kommen, wer die körperliche und geistige Eignung besitzt und österreichischer Staatsbürger ist. Der Nachwuchs kommt fast ausschließlich aus der Feuerwehr-Jugend, etwa 50 % bleiben dabei. Auch Mädchen können eintreten, es sind aber weniger: Derzeit sind 8 Mädchen bei der Feuerwehr. Sie sind den Burschen vollkommen gleichgestellt.
Gewöhnlich wird ein Jugendlicher zum Beitritt animiert, der den Einsatz und die Präsenz der Feuerwehr erlebt: Anderen Hilfe leisten, Gefahren abwenden, Menschen retten, etwas für die Mitmenschen tun: das sind Erfahrungen, die prägen und binden. Und dann die Zugehörigkeit zur Gruppe und die Gemeinschaft erleben - und das Bewusstsein spüren, etwas absolut Sinnvolles und Anerkennenswertes zu leisten.

Gerhard Wellek, Brandinspektor, ist einer der Gemeindeangestellten bei der Feuerwehr. Er ist Halleiner, geb. 1963, und hat Augenoptiker gelernt. Mit 15 kam er zur Feuerwehr, und als hier 1988 diese Stelle frei wurde, fiel das mit seinem damaligen Wunsch nach beruflicher Veränderung zusammen. Er ist verheiratet seit 89, sie haben zwei Töchter. Auch seine Frau sieht seine Arbeit positiv. „Ich bin mit dem Leben zufrieden, wir sind auch mit der Familie auf einem guten Weg. Ich wünsche mir, dass man in unserer Gemeinschaft trotz mancher Unterschiede - Alter, verschiedene Aufgaben - niemals das Verständnis für die anderen verliert, dass wir immer motiviert bleiben, für die gemeinsame Sache einzutreten!“
Radomir, 25, aus Neualm, kam mit 12 zur Feuerwehr-Jugend, anlässlich eines Schulbesuchs und durch Freunde. Er arbeitet im Verkauf, die Feuerwehr ist ihm ein wichtiger Lebensinhalt geworden: „Es ist nicht leicht bei Einsätzen, wo man die Leute kennt, oder wo man miterlebt, dass einer sterben muss. Hier ist es eine große Hilfe, mit den Freunden hier reden zu können.“
Jasmin, 15, seit 12 bei der Jugend, seit kurzem voll aktiv. Möchte Kosmetikerin oder Masseurin werden. „Mit 12 hat eine Freundin mich angesprochen, dann haben wir bei der Feuerwehr angefragt, ob wir kommen können - es ging sofort, wir wurden gut aufgenommen, es taugt mir immer mehr! Das Gefühl, gebraucht zu werden, und die Leute sind so freundlich und gemütlich. Mein Wunsch: Dass es so bleibt! Dass alles gut geht, dass nichts Schlimmes passiert. Vor 2 oder 3 Jahren hatten wir 24-Stunden-Dienst, da durfte ich ein brennendes Auto mitlöschen: Das war eines meiner bedeutendsten Erlebnisse.“
Thomas, 18, hat eine Ausbildung als Body-Vital-Trainer absolviert, nächstes Jahr wird er als Zivildiener im Krankenhaus Hallein arbeiten. Seit 2003 ist er bei der Jugend, ab 15 dann voll aktiv. „Ich wünsche mir, dass nichts passiert, keine Verletzungen, keine Unfälle. Es ist schlimm, wenn man miterlebt, dass Personen verletzt werden. Meine Mutter macht sich manchmal Sorgen um mich: Da wünsch ich mir, dass sie weniger besorgt ist, sondern froh, dass ich bei etwas dabei bin, wo ich wirklich gebraucht werde, was wirklich sinnvoll ist!“
Auch Josef Tschematschar, der freundliche Kaffeesieder aus dem Krankenhaus-Buffet, ist bei dieser Gruppe dabei. „Ich bin seit jeher bei der Feuerwehr, bei jedem Einsatz dabei, da gibt es nichts. Im sozialen Bereich aktiv zu sein war für mich immer ein Anliegen!“ Er hatte früher eine leitende Position bei der Feuerwehr, hat das aber seit einigen Jahren zurückgeschraubt.
Bei der Feuerwehr sind politische Themen verpönt, ebenso religiöse: Das sind private Ansichten, die haben hier nichts verloren. Der Religion stehen die meisten eher distanziert gegenüber, haben auch manche weniger gute Erinnerungen. Aber die jährliche Florianifeier wird treu beibehalten, und jeder weiß, dass die Religion in schweren Situationen - und in die kann man bei der Feuerwehr leicht geraten - Hilfe und Stütze bietet.
Wir wünschen den Männern und Frauen der Halleiner Feuerwehr alles Gute und Gottes Segen! Es wirkt aufbauend, sich immer wieder ins Bewusstsein zu rufen: Es gibt in unserer Stadt viel Gutes, viel Einsatz für die Mitmenschen, viel aktive Nächstenliebe!
Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Hallein
Autor / Quelle: Wilfried Kaaser , nach einem Besuch am 23. 11.2008
Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (5.12.08 - 09.12.08 - ) / 2325 / 616
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