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9. Dezember 2008 - Lichtblicke
„Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen!“ - Richard Schwarzenauer möchte allen danken, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen, die sich eingagieren, damit unsere Welt besser und schöner, unser Zusammenleben freundlicher und menschlicher wird.
Advent! Ich meine damit nicht die Wirtschaftszahlen. Für mich weckt diese Zeit - wieder neu - die Erinnerung an das „Licht“. Schon gar, wenn ich versucht bin, nur Dunkel zu sehen. Manchmal graust es mich ja wirklich. Wenn ich etwa die Meldungen aus Mumbai höre: 160 Tote, nur weil Fanatiker einen Hass haben auf alles, was amerikanisch oder „westlich“ klingt; und am liebsten diese alle nicht mehr leben lassen wollen?! Sie schießen um sich und töten, wen sie „aus dieser Sippschaft“ nur treffen können. Dunkel! Oder die Demonstrationen in Thailand, wo Tausende sich - in Todesverachtung - auf die Straße wagen, um Mitsprache zu erkämpfen. Aber auch die furchtbaren Szenen, die uns das Fernsehen aus dem Kongo liefert, und, und, und ...
Wo ist „Licht“? Für diese Zeit und Menschheit, für uns?
Doch ich beginne ja „Advent“! - Brauche ich vielleicht nur ein neues Sehen? Denn langsam fallen mir auch Menschen ein, an die ich mich offenbar schon „gewöhnt“ hatte: Ich gehe etwa an „der Feuerwehr“ vorbei und sehe, wie sie gerade mit Blaulicht ausfahren. Wie kommen die dazu, sich einfach „bereit“ zu halten? Jede Woche trainieren sie, um „im Ernstfall fit“ zu sein . Sie könnten ihre Freizeit gut anders verbringen; halten sich aber in der Gruppe auf, weil sie Bereitschaftsdienst haben. Ich merke, wie das in mir einen Wandel bringt: Am liebsten täte ich jetzt jedem sagen: Danke! Danke! Oder auch der Rettung , die mit ihren freiwilligen Helfern „selbstverständlich“ da ist , wenn Menschen in Gefahr sind. Und mein erster Dunkel-Blick wird heller: Wo stehen nicht Idealisten bei, wenn etwa Menschen mit Behinderung Hilfe brauchen? Wie viele sorgen in unseren Gemeinden, dass das immer mögliche Chaos eben nicht kommt, ja nicht möglich ist? Oder „im Kleinen“: Wie viele Väter und Mütter halten „eisern“ zu ihrer Familie? Wie viele Pfarrer und Pastoralhelfer und Mitchristen setzen Freizeit und Geld und alles ein, um anderen Hoffnung zu geben? Usw. usw...

Advent!? Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen! Mag. Richard Schwarzenauer, Pfarrer in Salzburg
Danke, lieber Richard, für diesen Beitrag! Für diejenigen, die ihn nicht kennen: Richard Schwarzenauer war 1984-1998 Pfarrer in Hallein. Dieser Beitrag von ihm hat eine Vorgeschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.
Am 6. Dezember erschien heuer im Adventkalender der Beitrag über die Feuerwehr Hallein; am Sonntag, 23. 11. war ich zu diesem Zweck bei ihnen auf Besuch gewesen, hatte mit einigen gesprochen und Fotos gemacht. Es war für mich ein sehr schöner Nachmittag: Sehr informativ und eine sehr freundliche Atmosphäre - „ergiebig“ für den Adventkalender. Wenn Sie den Beitrag über die Feuerwehr gelesen haben, wird Ihnen vielleicht aufgefallen sein, dass der religiöse Bereich eher ausgespart blieb. „Religion und Politik sind Privatsache“. Sehr wohl hat aber einer gemeint, das Verhältnis zur kath. Kirche sei seit den Zeiten von Pfarrer Schwarzenauer gestört: “Da war eine Florianifeier, wir sind wie immer ausgerückt und dabeigewesen, da hat der Pfarrer bei seiner Rede gemeint, es ist ja schön und gut, wenn wir heute bei der Feier da sind - aber eigentlich tät es sich schon gehören, dass wir öfter in die Kirche kommen und halt mehr christlich leben.- Na ja, dieser Schuss ist ordentlich nach hinten losgegangen, das haben ihm viele nachgetragen und übel genommen…“ 10 oder 20 Jahre lang haben sie es nicht vergessen. Ich hab kurze Zeit danach Pfr. Schwarzenauer getroffen, davon erzählt und gefragt, ob er weiß, dass da in Hallein noch alte Scherben herumliegen. Er hat gemeint, er kann sich nicht genau daran erinnern, er könnte sich aber wohl vorstellen, dass er einmal so etwas gesagt hat. Ob er es nicht schade findet, dass er damals die Leute so richtig frustriert hat - wenn man kommt und hofft, etwas Dank und Anerkennung zu finden, dann aber gerügt und kritisiert wird - das geht sehr tief ins Gemüt. Richard war nachdenklich und hat gemeint, er werde es sich überlegen: Natürlich wollte er die Leute nicht kränken, hat sich halt gedacht, bei dieser Gelegenheit vielleicht noch mehr erreichen zu können. Das Ergebnis ist nun dieser Brief von Richard Schwarzenauer - gerichtet speziell an die Mitglieder der Feuerwehr; ich bin sicher, sie werden ihn gerne lesen. Aber auch vielen anderen wird er, hoffen wir, gefallen und gut tun: Besser ein Licht anzünden, als über die Finsternis schimpfen! Und zu allerletzt: Ist es nicht schön, dass man auch noch jahrelang nach einem Fauxpas oder Malheur sich nichts vergibt, wenn man die Sache klarstellt und ins rechte Licht rückt!
Wilfried Kaaser (war 1982-1994 Pastoralassistent in Hallein)
Autor / Quelle: Mag. Richard Schwarzenauer, Pfarrer in Salzburg / Wilfried Kaaser
Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (8.12.08 - 12.12.08 - ) / 2332 / 700
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