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Mag. Peter Pröglhöf
"Martin Luther war ein großer Freund der Kirchenmusik. Von ihm stammt dieses Gedicht:
Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Gut gewonnen, denn ihr erster Ursprung ist von dem Himmel hergekommen, weil die lieben Engelein selber Musikanten sein.
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13. Dezember 2008 - Der Chor der evangelischen Pfarre
Musik bringt die Menschen in Verbindung mit ihren Wurzeln, lässt sie Glauben, Hoffnung und Freude erleben. FI Mag. Peter Pröglhöf, Religionsinspektor und Chorleiter in der evangelischen Pfarre, berichtet.
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich an einem meiner häufigsten Arbeitsplätze: in einem Eisenbahnabteil. Ich bin auf dem Weg nach Dornbirn, also am westlichsten Ende meines Zuständigkeitsbereichs als Fachinspektor für den Evangelischen Religionsunterricht. Und wenn ich morgen wieder zurückfahre, dann freue ich mich schon wie jede Woche auf den Abend, an dem sich in unserem Halleiner Pfarrhaus der Chor zur Probe trifft.
Ich bin kein professioneller Musiker, aber Musik war immer mein Hobby. Als Pfarrer Peter Gabriel und ich vor 2 ½ Jahren nach Hallein kamen, war das einer der Wünsche der Evangelischen Gemeinde: Dass ich die seit etlichen Jahren brachliegenden Sangesfreuden zu neuem Leben erwecke. Für mich war das ein Wagnis – nie zuvor habe ich einen Chor geleitet. Doch seine Entwicklung in dieser Zeit scheint zu bestätigen, dass das Experiment gelungen ist.
Der Chor der evangelischen Pfarre
Mein Zug füllt sich in der Abenddämmerung am Innsbrucker Hauptbahnhof mit Menschen, die auf dem Heimweg von der Arbeit sind. Und während ich in die mir unbekannten Gesichter blicke, fällt mir auf, dass es da eine Verbindung gibt zwischen meiner beruflichen Tätigkeit als Religionsinspektor und meinem Hobby als Chorleiter: Sowohl der Religionsunterricht als auch die Musik bringt Menschen in Verbindung mit den Wurzeln, die ihr Leben tragen. Es ist der Religionsunterricht, der Kinder und Jugendliche so zahlreich und so häufig wie keine andere Bevölkerungsgruppe mit dem Glauben an Jesus Christus in Verbindung bringt. Und es ist die Musik, die wie keine andere Tradition noch Menschen einen Zugang vermittelt zu einer christlich geprägten Kultur – und sei es in einer so verkitschten Form wie die Berieselung durch Weihnachtslieder in den Kaufhäusern in der Adventzeit. Aber auch die zahlreichen Adventkonzerte und adventlichen Chorveranstaltungen werden von vielen Menschen besucht, die ansonsten keine Kirchgänger/innen sind.
Ich bin mir sicher: Die Botschaft von einem Leben, in dem die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden nicht als „Gutmenschentum“ verlacht wird, sondern als einzige Chance begriffen wird, wie sinnvolles Leben gelingen kann – diese Botschaft wird auch heute noch gehört. Und die Menschen warten auf Zeichen, dass die kleinen, verletzbaren Anfänge von Gerechtigkeit und Frieden in ihrem Leben wachsen dürfen. Die Menschen sind im Advent.
Autor / Quelle: Mag. Peter Pröglhöf
Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (12.12.08 - 17.12.08 - ) / 2336 / 703
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