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 © Helmut Meisl

 Adventkalender
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Der Weg zurück ins Leben birgt oft viele Stolpersteine.
Darum gründete ich diese Selbsthilfegruppe!
So soll die Möglichkeit geschaffen werden Erfahrungen auszutauschen.
Den Betroffenen soll gezeigt werden, was trotz Amputation alles möglich ist.
Gruppentreffen:
Nach telefonischer Vereinbarung in Hallein.
Die Selbsthilfegruppe freut sich über Ihren Anruf!


Karla Nedorost,
Solvay-Halvic-Str. 20, 5400 Hallein
Telefon: 06245 / 74208,
Mobil: 0650/3004490
Mail: karla.nedorost@sbg.at

15. Dezember 2008 - Karla Nedorost

Karla Nedorost hat durch ihre Beinamputation einen neuen Lebensabschnitt beginnen müssen. Der Weg „zurück ins Leben“ birgt oft viele Stolpersteine, deswegen gründete sie eine Selbsthilfegruppe, um Erfahrungen mit anderen zu teilen und Menschen in außergewöhnlichen Situationen unterstützen zu können.

Danke für deine Bereitschaft, kurz von dir und deinem Leben zu erzählen.
Gerne, schaun wir, was rauskommt! Ich bin nahe bei Bad Ischl aufgewachsen, meine Mutter ist schon früh verstorben und Geschwister habe ich keine. Meine Verwandtschaft ist sehr klein. Mein Vater schaute um eine Unterkunft in einem Kinderheim, später hab ich im Elisabethinum in Linz gearbeitet. 1972 bin ich in Salzburg gelandet. Nach der „Kinderpause“ arbeitete ich bis 2005 in den verschiedensten Betrieben.

Deinen Partner hast du in Salzburg kennen gelernt?
Er kannte mich schon als Kind, ich kann mich an ihn in dieser Zeit nicht mehr erinnern, aber nun sind wir schon 37 Jahre zusammen, haben alle Höhen und Tiefen durchgemacht, viel erlebt und erleben müssen, aber man kann alles schaffen. Unsere zwei Töchter und unser Sohn sind nun auch schon über 30.





2005 hat sich euer Leben entscheidend gewendet.
Durch eine kleine, harmlos wirkende Wunde bekam ich eine Blutvergiftung, in Folge verlor ich zuerst den Fuß, dann den Unterschenkel und schließlich musste mir das ganze Bein abgenommen werden.
Ich war monatelang im Krankenhaus und auf Rehab, die mir mit all den dort erlernten Übungen enorm geholfen hat. Diese Zeit war ein totaler Neustart und Neubeginn für mich und ich hab nie aufgegeben zu hoffen. Anfangs wollte ich gar nicht mehr nach Hause. Allein zu sein, immer auf andere angewiesen zu sein in dieser Situation war für mich sehr schwierig. Mir hat es sehr geholfen, mit anderen Schicksalsschläge zu teilen, den Umgang mit der neuen Situation gemeinsam zu erlernen und nicht allein einen Neustart zu wagen.

Was war deine schlimmste Zeit?
Als ich aus dem Tiefschlaf aufwachte und merkte, dass mein Fuß weg war, das zählt zu meinen schrecklichsten Erinnerungen.
Bitte nicht krumm nehmen, aber ich bin keine regelmäßige Kirchgeherin, aber ich glaube, und ich halte mich an meine Engeln fest, die sind in dieser Zeit ganz wichtig für mich geworden. Viele verschiedene sind in unserer Wohnung, und an jedem Engel hängt eine Erinnerung oder Erfahrung. Einer meiner Lieblingsengel ist ein Geschenk von einem Taxifahrer, der in dieser prägenden Zeit an mich gedacht hat.

Was ist dir zur Zeit am wichtigsten?
Ich weiß nicht warum, aber Advent ist keine leichte Zeit für mich und eine Gratwanderung für die ganze Familie, jeder erwartet sich etwas anderes. Für mich ist die Gesundheit der Familie das, was ich mir am meisten wünsche, aktiv zu bleiben und den Führerschein zu machen. Ich will nicht fad werden!

Deswegen deine roten Haare!
Stimmt, seit meiner Operation trage ich rote Haare, das fällt mir jetzt erst auf, aber ich möchte aktiv bleiben und Fröhlichkeit ausstrahlen. Ganz wichtig ist für mich unabhängiger werden, aber dazu brauch ich ein Auto, dann kann ich mehr tun. Da bin ich noch auf der Suche nach Sponsoren.

Wo nimmst du die Kraft her?
Ich hab die Kraft!
Was ich für mich persönlich wünsch, ist nicht so entscheidend. Der Fuß ist weg und das ist zu akzeptieren.
Ich will mobil sein, um andere zu besuchen und versuchen, sie aufzurichten. Und man schafft alles, wenn man es will!


Autor / Quelle: Robert Golderer, Pastoralassistent Neualm

Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (14.12.08 - 19.12.08 - ) / 2346 / 751