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Beim Böllerschießen
Stefan Brandauer, Gründungsmitglied und Ehrenobmann der Schützen
Öffentliche Auftritte und Feste gehören dazu
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23. Dezember 2008 - Die Gamper Weihnachtsschützen
"Was uns heilig, liebenswert, schützenswert ist - dafür treten wir ein, das schützen wir." Mit Überzeugung leben sie ihre Tradition im Ortsteil Gamp, einem Dorf in der Stadt.
Ihre Aktivitäten lassen sich zurückführen auf den Brauch der Vorfahren, in den Rauhnächten das Böse zu vertreiben, sowie das Gute, Freudige anzukündigen: Durch Böllerschüsse wird die Geburt Christi gefeiert, aber auch außerhalb der Weihnachtszeit, etwa bei Hochzeiten, das freudige Ereignis kundgetan.
1976 erfolgte die offizielle Vereinsgründung, seit 1990 gestalten sie jeweils eine Maiandacht beim Wetterkreuz. Sie zählen ca. 30 Mitglieder. Früher waren nur die unverheirateten Burschen dabei, jetzt können alle mitmachen. Die Mitglieder kommen aus den örtlichen Familien: Wenn es soweit ist, wird gefragt, ob einer dazukommen möchte. Viele Familien sind daran sehr interessiert, weil es den jungen Menschen einen Halt und Rahmen gibt für ihr Leben in der Dorfgemeinschaft.
Die Gamper Weihnachtsschützen
Brandauer Stefan erzählt über sich: Geboren 1953, war 33 Jahre Schichtarbeiter, seit zwei Jahren selbständig als Erdbau-Unternehmer, hat das zehn Jahre neben seiner Landwirtschaft gemacht (sie betreiben einen Hof für Milch und Eier). Er ist Gründungsmitglied und Ehrenobmann der Schützen. Was bedeutet ihm dieses Schützenbrauchtum? Kameradschaft und Geselligkeit! Auftreten tun die Männer (mit zwei Marketenderinnen), aber die Frauen wirken im Hintergrund tatkräftig mit. Sie betreiben einen Weihnachtsstand, der für vielfältige karitative und soziale Zwecke arbeitet: „Mi g´freut die Begeisterung, wie die Leit die Sache unterstützen!“
Sie machen ihre Sache so richtig GERN, es wird aber doch auch geschaut, dass es nicht zu viel wird. Die öffentlichen Auftritte sind beschränkt auf die Nachbargemeinden im Umkreis (Vigaun, Dürrnberg, Kuchl), und wenn es auf Bezirks- oder Landesebene Feste gibt. Bei Katastrophen oder gefährlichen Naturereignissen steht das ganze Dorf parat und sie helfen zusammen. Und sie feiern ihre Dorffeste!
Er hofft, dass die Entwicklung so in etwa wie jetzt weitergeht, es hat sich 30 Jahre lang sehr gut bewährt. Er ist froh, dass ihm gute Obleute nachgefolgt sind, der Obmann Andreas Schluder macht seine Sache hervorragend, das ist eine Begabung, die eben nicht ein jeder hat. Weiters hofft er, dass es bei den Schießaktivitäten, die bisher unfallfrei verlaufen sind, auch weiterhin so bleibt. Was würde er denen sagen, die das Schützenwesen als altmodisch oder unpassend kriegerisch bezeichnen?
„Was kann es Schöneres geben, als die Freude und Begeisterung über ein freudiges Ereignis öffentlich und lautstark auszudrücken und mit anderen zu teilen? Und im Notfall treten wir ein: Was uns heilig, liebenswert und schützenswert ist, das schützen wir!“
Autor / Quelle: Wilfried Kaaser, nach einem Besuch am 8. 12.
Beitrag online bis 31.12.2008 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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