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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe




Man erschrickt über heftige Entschlüsse, aber sie passen für starke Seelen, und kräftigere Charaktere ruhen sich in Extremen aus.
(Chamfort)



18. August 2002
20. Sonntag im Jahreskreis


17.08.2002: In jener Zeit zog Jesus sich in das gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids!

Hundeelend“ muss sich die Frau fühlen. Da wendet sie sich mit der Bitte um Hilfe für ihre schwerkranke Tochter an Jesus und wird zuerst gar nicht beachtet – und dann auch noch grob beleidigt! Soll die Frau mit ihrem Anliegen vor die Hunde gehen? Empört fragen wir uns: Warum behandelt Jesus die Frau wie den letzten Dreck?
Schauen wir uns die Geschichte in aller Ruhe an: Jesu, erschöpft von der vielen Arbeit, will sich zum Erholen in heidnisches Gebiet zurückziehen, weil er hofft, dass ihn dort keiner kennt. Doch er hat die Rechnung ohne die heidnische Frau gemacht. Irgendwie muss sie von Jesus erfahren haben. In ihrer Not bittet sie Jesus um Hilfe. Doch Jesus gibt der Frau einen Korb. Warum? Liegt es daran, weil sie keine jüdische Frau ist? Ist Jesus ein Rassist?
Nein! – Jesus will zuerst wissen, warum sich die Frau ausgerechnet an ihn wendet. Sieht sie Jesus als Zauberer oder glaubt sie daran, dass er Gottes Sohn ist? Jesus fordert die Frau heraus, Farbe zu bekennen. Und die Frau? Sie stellt sich dieser Prüfung und antwortet schlagfertig auf seine Beleidigung. Mehr noch: Durch die Auseinandersetzung mit Jesus wächst sogar der Glaube der Frau weiter.
Jesus, tief beeindruckt vom Glauben der Frau, erfüllt ihre Bitte und macht damit deutlich: Gott schaut nicht auf Hautfarbe, Religion oder Nationalität. Der Glaube allein genügt bei Gott.





Autor / Quelle: Peter Schott

Beitrag online bis 23.8.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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