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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Das Problem – nicht erst seit heute – ist nicht so sehr, um mit Heinrich Heine zu sprechen, die Geldwerdung Gottes, sondern die Gottwerdung des Geldes. Der quasireligiöse Glaube an die Selbstheilungskräfte des Marktes, die Ehrfurcht vor der Entwicklung der Börsenkurse. Noch einmal Heinrich Heine: „Der Kaufmann hat in der ganzen Welt dieselbe Religion. Sein Komptoir ist seine Kirche, sein Schreibpult ist sein Betstuhl, sein Memorial ist seine Bibel, sein Warenlager ist sein Allerheiligstes, die Börsenglocke ist seine Betglocke, sein Gold ist sein Gott, der Credit ist sein Glauben.“




15. März 2009
Dritter Fastensonntag B
1. Lesung: Exodus 20,1-17
2. Lesung: 1. Korinther 1,22-25
Evangelium: Johannes 2,13-25

15. März 2009 - Dritter Fastensonntag B

Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!

Das mach ich mal!
Bibelwort: Johannes 2,13-25

Das war nicht irgendein Trödel- oder Wochenmarkt, der im Tempel in Jerusalem stattfand. Pilger konnten dort ihr Geld gegen – eigentlich nicht mehr übliche – Münzen für die Tempelsteuer tauschen und Tiere für ihre Opfer kaufen. So gesehen dienten die Händler dem Erhalt des Kultes, der Religionsausübung. Ich glaube, es war jedoch genau das, was Jesus so in Wut versetzte. Ein gewisser materieller Wohlstand war nötig zum „korrekten“ Religionsleben. Da ist die Kirche heute einen wichtigen Schritt weiter. Weder der Besuch des Gottesdienstes noch der Empfang der Sakramente kosten Geld. Natürlich gibt es die Kirchensteuer, doch die bezahlen nur noch rund ein Drittel der Kirchenmitglieder; und jede Kollekte ist freiwillig.

Vielleicht liegt darin ein Grund für sinkenden Kirchenbesuch und Sakramentenempfang? „Was nix kostet, taugt nichts“? Wer so denkt, verfällt dem Irrtum, dass das, was nichts kostet, auch umsonst sei. Wir „bezahlen“ mit unserer persönlichen Überzeugung, unser Glaube ist die „Währung“ – und die wiegt schwerer als Euro und Cent. Und umsonst – jetzt im Sinne von „es ist alles umsonst, vergebens“ – sind Gottesdienstbesuch und Sakramentenempfang erst recht nicht. Das kann aber nur erfahren, wer sich darauf einlässt; wer mit dem tiefen Wunsch kommt, sich beschenken zu lassen. Das mach ich mal – und immer wieder.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Peter Kane

Beitrag online bis 12.4.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (12.3.09 - 19.03.09 - ) / 2449 / 214