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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe




Ein Schlüsselbund muss auch Charakter haben. Er spiegelt die Persönlichkeit des Trägers.


Guru, Moralapostel, Arzt, Revoluzzer?
Wer ist dieser Jesus?
Was die Leute von ihm halten, ist sehr interessant. Was Jesus mehr interessiert, ist meine Position. Kein Etikett, keine Formel ist gefragt, sondern meine Erfahrung mit ihm, meine Hoffnung, meine Sehnsucht. Darum darf sich die Antwort wandeln. Wird sie wiederholt geprüft. Und kann reifen.

25. August 2002
21. Sonntag im Jahreskreis


23.08.2002: Jesus sagte zu ihm: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben.“

„Für wen haltet ihr mich?“ Nein, geben Sie diese Frage Jesu nicht gleich an andere weiter. Antworten Sie selbst. Spontan. Sie zögern? Ich verstehe das. Wie viele Menschen haben sich nicht schon in Jesus getäuscht! Die einen hielten ihn für Elija oder Johannes den Täufer, andere für einen Aufwiegler, Gotteslästerer. Alle lagen sie ja mächtig daneben. Selbst jener Mann, der damals ganz in der Nähe Jesu war, ihn mit einigen anderen beinahe auf Schritt und Tritt begleiten durfte und deshalb auf diese Frage schnell und stellvertretend für die anderen Jünger ein kluges Bekenntnis formulierte, wusste nicht wirklich, was er da sagte. Sein Verhalten sollte das schon bald belegen. Jesus hatte das übrigens vorausgesehen, als er dem Freund erwiderte: „Nicht aus eigener Einsicht antwortest du so, sondern weil Gott dir das eingegeben hat.“ Danach hat Jesus diesem Jünger ein überraschendes Geschenk gemacht: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben.“ Wann das geschehen ist? Ich vermute, erst in dem Augenblick, als der Jünger endlich die tiefe Wahrheit der Antwort erkannte, die er einst gab: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“
Sie sind weiterhin eingeladen, eine persönliche Antwort auf die Frage zu suchen und zu geben, für wen Sie Jesus halten. Es geht um die Schlüssel des Himmelreiches.





Autor / Quelle: Gundula Kühneweg

Beitrag online bis 6.9.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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