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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Es wäre uns genauso ergangen, vermute ich. Die Auferstehung Jesu, die Auferweckung Jesu am Ostermorgen in Jerusalem ist unfassbar für ein menschliches Gemüt. Tote sind tot, sagt man. Da geht nichts mehr. Und ist entsprechend traurig und verzagt. Aber es geht doch noch etwas, auch wenn ich es nicht fasse. Gott ist immer mehr als mein Verstehen. Gott ist immer viel weiter als mein Horizont. Vor allem davon erzählen die Evangelien. Die Größe Gottes ist unermesslich. Das ist der Grund der ersten Schrecken. Erst wer die Unermesslichkeit und Unfassbarkeit Gottes als Möglichkeit erkennt, wird allmählich froh. Und kann dann auch vor Freude taumeln. Die Frauen und Männer sehen Jesus und loben Gott über alle Maßen. Tot ist nie mehr tot, rufen sie und singen wir mit ihnen. Und alle Trauergeister weichen von uns.





12. April 2009 - Ostersonntag I

Ostern beginnt nicht mit Freudentaumel, sondern mit Zittern und Entsetzen. Die Frauen am Grab erleben etwas, was noch niemand zuvor erlebt hat und was sie zutiefst erschreckt.

Ausgelegt!
Bibelwort: Markus 16,1-8

Jesus, der Gestorbene, ist nicht mehr da, wo er doch eigentlich hingehört. Er ist nicht mehr im Grab. Und wenn die Frauen auch von Jesu Auferstehung gehört haben können – sogar aus Jesu eigenem Mund – sehen und glauben ist dann noch eine ganz andere Sache. Jesus ist weg. Das Grab ist leer. Die Frauen ergreift Zittern und Entsetzen.




Die Frauen kommen zum Grab und erwarten, den Toten dort anzutreffen. Doch das Grab ist leer. Der Gekreuzigte ist nicht da. Sie erhalten von einem Engel die Botschaft: Er lebt! Nur: Sie sehen ihn nicht. Und sie sollen den Jüngern von der Botschaft berichten, ohne ihn gesehen zu haben. Die Jünger sollen ihm nachgehen, denn der auferstandene Gekreuzigte sei ihnen voraus. Was kann das bedeuten? Ostern ist nicht nur eine Frage unserer Zukunft nach unserem Tod und nach dem Ende diese Erde. Sie ist zuerst eine Frage unseres Lebens in dieser Gegenwart. Was wäre schon eine Hoffnung wert, die mich nicht in die Gegenwart hinein in Bewegung setzt? Ein Leben auf den Spuren Jesu, im Land der Nachfolge, hat Zukunft, nämlich die Zukunft der Auferstehung.



Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Michael Becker

Beitrag online bis 23.4.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (9.4.09 - 16.04.09 - ) / 2477 / 376