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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Gemeinsam stark

Vielleicht ist es mit der Gemeinschaft der Christen wie mit einem Tau: Die einzelnen Fäden sind brüchig, ineinander verwoben aber stark. Und vielleicht ist dann die Schwäche der Kirchen in der westlichen Welt ein Zeichen Gottes: Das endlich zu tun, was er schon lange von uns erwartet: die Einheit der Christen.




24. Mai 2009
Siebter Sonntag der Osterzeit B
1. Lesung: Apostelgeschichte 1,15-17.20a.c-26
2. Lesung: 1. Johannes 4,11-16
Evangelium: Johannes 17,6a.11b-19

24. Mai 2009 - Siebter Sonntag der Osterzeit B

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.

Ausgelegt!
Bibelwort: Johannes 17,6a.11b-19

Manchmal könnte ich an dieser Welt verzweifeln. Ich bin nicht so rücksichts- und skrupellos, so erbarmungs- und gewissenlos. Bin viel zu harmlos, um im Kampf um die besten Plätze, um die erste Reihe und den letzten Tanz mitzuhalten. Das ist nicht meine Welt, hier bin ich nicht zu Hause. Aber weglaufen geht nicht, wollte ich fliehen, ich wäre ja immer noch da. Es braucht Mut, ganz in dieser Welt zu leben, ihre geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze zu akzeptieren – ohne sie zu übernehmen. Es braucht Mut auszuhalten, dass allzu oft das Recht des Stärkeren gilt, ohne sich selbst Schwächen zu verbieten und immer den Starken zu spielen. Es braucht Mut, in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt zu sein.

Es bedeutet aber auch Freiheit. Wir sind nicht gefangen in den Verstrickungen und Gesetzen dieser Welt. Wir leben in der Freiheit der Kinder Gottes und müssen nicht mitspielen in den Spielen dieser Welt, immer „schöner, reicher, jugendlicher" sein zu müssen. In den Zwängen von Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wir sind nicht verurteilt zu gnadenlosem Konkurrenzkampf und müssen auch nicht mitspielen beim „Treten oder getreten werden". Wir haben die Verheißung von Leben in Fülle und müssen es nicht auf Teufel komm raus und auf Kosten anderer erkämpfen. In diesem Geist zu leben, sich diese Freiheit zu nehmen, wäre es das nicht wert?





Autor / Quelle: Bergmoser-Höller Verlag, Klaus Metzter-Beck

Beitrag online bis 21.6.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (21.5.09 - 28.05.09 - ) / 2509 / 219