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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
Diese Seite als Druckausgabe


Ob schon älter oder noch jünger …

… es gibt so vieles, was uns daran hindert, neue Menschen zu werden: unsere Bequemlichkeit, unsere Angewohnheiten. Unsere Überzeugungen, von denen wir uns nicht lösen wollen. Das Scheitern, das wir mit uns herumtragen. Das kann ich doch nicht einfach alles hinter mir lassen, abstreifen? Und so ist die Nachfrage von Nikodemus vielleicht auch unsere: Von neuem geboren werden, ein neuer Mensch werden – wie soll das gehen? Jesus antwortet uns: neu werden könnt ihr nur durch die Taufe. Das andere Sehen, die neue Perspektive auf das Leben hat nichts mit eurem Tun und alles mit dem Geist Gottes zu tun. Der Geist Gottes ist die Kraft, die euch neu werden lässt.





7. Juni 2009 - Trinitatis I

In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein, heißt es in einem Lied von Franz Grothe aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Auch Nikodemus ist nicht gerne allein, ihn treiben wichtige Gedanken um.

Ausgelegt!
Bibelwort: Johannes 3,1-15

Darum sucht er Jesus auf und fragt ihn nach der Wiedergeburt. Aber nicht nach dem, was wir heute so nennen und aus anderen Religionen gehört haben. Nikodemus fragt Jesus nach einem neuen Leben im Geist. Natürlich wird kein Mensch ein zweites Mal geboren, das weiß der kluge Nikodemus. Also will er wissen, was Jesus, den er für einen guten Lehrer hält, genau meint.

Jesus weiß, dass Nachtgedanken besonders hartnäckig sein können. Darum antwortet er dem Nikodemus. Aus dem Geist neu geboren, sagt er, heißt Gottes Willen tun, ihn allein lieben und anbeten und das Reich Gottes mitten unter uns erkennen wollen. Neu geboren werden aus dem Geist Gottes heißt, Liebe zu wollen und zu üben, wo immer es geht; selbst dann, wenn alle sagen, dass es nicht geht. Oder, wie im Lied von Franz Grothe: Der Mensch braucht Liebe im großen Weltgetriebe. Es ist also die Liebe, die einen Mensch neu werden lässt. Sei es, dass er Liebe übt – oder sei es, dass er sie erlebt. Wer glaubt, strebt nach Liebe. Ohne Unterlass.





Autor / Quelle: Bergmoser-Höller Verlag, Michael Becker

Beitrag online bis 18.6.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (4.6.09 - 11.06.09 - ) / 2519 / 222