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 © Helmut Meisl

 Pfarrblatt
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Wie haben wir Ostern gefeiert?

Wie war Ostern heuer? Osterhase und Ostereier für die Kinder, Schifahren bei strahlendem Sonnenschein? Gute Stimmung! Super! Aber auf „die Frage zum Tage“ von Radio Salzburg, was zu Ostern gefeiert wird, haben im vergangenen Jahr die meisten Leute auf der Straße gepasst.

Die richtige Antwort wäre gewesen:
die Auferstehung Jesu!

Diesem Wissensmangel sollte heuer mit großen violetten Plakaten abgeholfen werden. Na ja, aber wer kein Kirchgeher ist, kann damit ohnehin nichts anfangen.

Wir erinnern uns vielleicht an den Religionsunterricht, eine schöne Geschichte, aber so etwas gibt es ja in Wirklichkeit nicht. Und doch ist die Überzeugung, dass der gefolterte und am Kreuz hingerichtete Jesus von Gott auferweckt worden ist, dann seinen Jüngern vielfach erschienen ist und schließlich vor ihren Augen in den Himmel entrückt wurde, der Angelpunkt des Christentums.

Man kann das auch nur für eine Symbolgeschichte halten: die Sache Jesu geht weiter, Jesus ist tot, aber das Christentum gibt es immer noch. Dann bleibt das Christentum trotzdem eine großartige von Jesus begründete Lebensphilosophie. Aber es gibt eben auch Dinge jenseits unserer Alltagserfahrung. Wer sich auf den Glauben an Jesus einlässt, der weiß, dass Jesus auch heute lebt, dass er sich nicht nur bis zum heutigen Tag immer wieder Heiligen und Mystikern hörbar und sichtbar offenbart hat, sondern dass er auch jedem ganz gewöhnlichen Durchnittsgläubigen begegnet:
in unseren Mitmenschen, im Gebet, in der heiligen Kommunion.

Gott ist Mensch geworden und hat solidarisch die tiefsten Tiefen der menschlichen Existenz durchlitten. Gott lebt nicht fern und unberührt von menschlicher Not und Niedrigkeit im Saus und Braus seiner Macht und Herrlichkeit. Er ist an uns Menschen interessiert, er liebt uns bis zur Selbstaufgabe. Er hat unseren größtmöglichen Schmerz und unseren Tod auf sich genommen, um uns mit seiner Auferstehung Hoffnung zu geben: die Hoffnung und Gewissheit, dass dieses Leben nicht alles ist, dass der Tod nicht das Ende ist, dass der Mensch nicht nur eine leibliche, sondern vor allem eine geistige Dimension hat und einer großen Zukunft bei Gott entgegengeht.

Genau das ist unser christlicher Glaube. Und genau deshalb feiern wir seit bald 2000 Jahren jeden Sonntag und mit einem ganz besonderen Fest zu Ostern die Auferstehung Jesu. Das gibt wieder Mut und Zuversicht. Jesus lebt, und auch wir werden mit ihm leben. Wir brauchen Gottes Liebe nur anzunehmen. Lassen wir uns darauf ein, feiern wir nächstes Mal wieder mit, nächste Ostern oder besser schon am nächsten Sonntag!





Autor / Quelle: Peter Leander Hofrichter

Beitrag online bis 7.6.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (7.6.09 - 07.06.09 - ) / 2522 / 739