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1. Sonntag nach Trinitatis I
Der Reiche und Lazarus brauchen sich gegenseitig. Unser Leben ist auf Beziehung angelegt, nur so sind wir Ebenbilder Gottes. Wir sind nicht allein auf der Welt, wir können geben und nehmen, sind arm und reich zugleich – je nachdem. Reich und arm zu sein sind keine Werte und werden nicht gewertet, es sind Zustände, die verpflichten zum Nehmen und Geben.
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14. Juni 2009 - 1. Sonntag nach Trinitatis I
Ich glaube, das Evangelium vom reichen Prasser und armen Lazarus möchte uns kein Bild vom Jenseits malen, keine Theorie ausgleichender Gerechtigkeit vorstellen und uns auch keine Moral predigen.
Ausgelegt! Bibelwort: Lukas 16,19-31
Ich glaube vielmehr, der Predigttext dieses Sonntags möchte uns eine Hilfe sein zu einem gelingenden Leben. Leben, das nur gelingen kann, wenn es in Beziehungen gelebt wird. Zunächst zu anderen Menschen. Nicht wie der reiche Prasser, der denjenigen übersieht, dem er helfen kann. Denn so scheitert nicht nur das Leben des Lazarus, sondern auch das des Reichen. Denn das reiche Leben vor Gott und mit Gott hat den Armen im Blick. Das Leben in Fülle, von dem Jesus im Johannesevangelium spricht (Johannes 10,10), meint eben nicht das materiell reiche Leben, das von den Mitmenschen isoliert ist, sondern das Leben, das sich ganz Gott anvertraut und seinem Nächsten gegenüber barmherzig und gerecht ist.
Und damit komme ich zum Zweiten: Gelingendes Leben in Beziehungen geht nicht ohne die Beziehung zu Gott. Und dafür reicht es nicht – und auch das lehrt das Evangelium vom reichen Prasser und armen Lazarus – Christ zu sein und die Bibel zu kennen, sondern mein Christsein täglich zu leben. Meine Zugehörigkeit zu Christus muss Auswirkungen haben in meinem Leben und Handeln – damit mein Leben gelingt und ich es in Fülle habe. Dabei werde ich auch scheitern, doch ich darf es jeden Tag neu versuchen.
Autor / Quelle: Bergmoser-Höller Verlag, Michael Tillmann
Beitrag online bis 25.6.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (11.6.09 - 18.06.09 - ) / 2529 / 203
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