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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Erste Wahl

Jesus Christus ist zuerst für die Kranken gekommen, nicht für die Gesunden. Er geht zuerst zu denen, die wissen, dass sie seiner bedürfen – und die sich dazu auch bekennen. Zu denjenigen, die wissen und erfahren haben, dass allein Gott ihnen ihre Würde schenkt, zu denen geht Jesus zuerst. Diese Menschen sitzen zusammen mit dem Hausherrn an einem Tisch und essen zu Abend. Sie sind erste und nicht nur zweite Wahl, wie man durch die Erzählweise des Gleichnisses meinen könnte.





21. Juni 2009 - 2. Sonntag nach Trinitatis I

„Kommt, es ist alles bereit“, lädt der Herr die Seinen ein. „Früher bin ich öfter zur Kirche gegangen“, sagte eine alte Frau ...

Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 14,15-24

„Kommt, es ist alles bereit“, lädt der Herr die Seinen ein. „Früher bin ich öfter zur Kirche gegangen“, sagte eine alte Frau und begründete mit vorwurfsvollem Unterton: „Früher gab’s vier Abendmahlsgottesdienste im Jahr und an zweien nahm man teil, so wie’s der Merkspruch lehrte: An Weihnachten und Pfingsten geh’n die Allerjüngsten, Ostern und Michel (Michaelis) geh’n die ahlen Brüchel (Erwachsenen). Heute feiern sie alle Nase lang Abendmahl, hängen es nicht mal hinten an, sodass man vorher heimgehen könnte. Das dauert mir zu lange, also bleibe ich zumeist weg.“

„Kommt, es ist alles bereit.“ Christus lädt ein zur Gemeinschaft unter seinem Wort und Sakrament. „Ich muss nicht mehr in die Kirche gehen und kann am Sonntag ausschlafen; ich habe schon 25 Unterschriften“, posaunt ein Konfirmand aus. „Hab‘ ich auch.“ „Ich auch“, echot es durch den Raum.

„Kommt, es ist alles bereit.“ Der Herr lädt zu Tisch den, der zur Feier kommt. „Bisher besuchte ich Gottesdienste eher selten“, sprach mich ein etwa 35-jähriger Mann an: „Ich wuchs in kirchenfernem Umfeld auf. Heute bin ich eigentlich nur meiner Frau zuliebe zum Abendmahl mitgegangen. Was geschehen ist und wodurch es ausgelöst wurde, weiß ich nicht, aber nach dem Empfang des Abendmahls kamen mir die Tränen, obwohl ich alles andere als rührselig bin. Ich glaube, in mir bewegt sich was.“

Kommt, es ist alles bereit. Schmeckt und seht wie freundlich unser Gott ist.





Autor / Quelle: Bergmoser-Höller Verlag, Gundula Kühneweg

Beitrag online bis 2.7.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (18.6.09 - 25.06.09 - ) / 2533 / 209