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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Wirtschaft im Dienste des Lebens

Die Aussagen der Bibel zum Thema Wirtschaft sollten sich die die Finanzmakler und "Macher" gut durchlesen.

Das Alte Testament kennt ein Zinsverbot bei Geldverleihung (2.Mose 22,24), das sich bis ins Mittelalter erhalten hat - auch Martin Luther spricht sich gegen Wucherzinsen aus. Alle 49 Jahre sollenSchulden erlassen werden, um die Kluft zwischen Arm und Reich wieder zu verringern (3.Mose 25).Die Armen, Witwen und Waisen unterstehen der besonderen Fürsorge Gottes – eine Grundversorgung wird ihnen zugesichert(5.Mose 23,25-26). Die Reichen und Mächtigen hingegen werden ermahnt, die Armen nicht zu unterdrückenund zu versklaven (Amos 8,4). Am 7. Tag der Woche ist für alle arbeitsfrei, auch für Sklaven und Fremde, denn es braucht den gemeinsamen Tag des Ausruhens.

Auch das Feld, die Natur soll alle 7 Jahre geschont werden und ungenutzt bleiben, um sich wieder zu erholen (2.Mose 23,10-12). Insgesamt wird vor Überfluss und der Anhäufung von zu großem Reichtum gewarnt: So reicht das Manna in der Wüste immer für einen Tag. Jesus setzt diese Linie fort, verweist auf Lilien und Vögel, die genug zum Essen haben (Matthäus 6,19-34), und stellt den reichen Kornbauern als warnendes Beispiel vor Augen (Lukas 12,16-21).
Denn wer dem Geld, dem „Mammon“, verfallen ist, kann letztlich nicht mehr Gott dienen. Das Geld, das Immer-mehr-haben-wollen sind sein Gott. Dagegen setzt die Bibel den Gedanken vom „Geschenk des Genug“. Und leitet dazu an, in guten wirtschaftlichen Zeiten für die Zeiten der Krise Vorräte anzulegen (so wie es Josef in Ägypten machte – 1.Mose 41).

Auf heute übertragen, hinterfragt dieser biblische Befund unsere Form der kapitalistischen Wirtschaft, stellt sie letztlich als gottlos dar. Konkrete Folgerungen könnten sein:
  • Grundsicherung, Grundeinkommen für alle Menschen
  • ein gemeinsamer arbeitsfreier
  • Tag statt Aushöhlung des Sonntags
  • keine waghalsigen Geld- und Aktienspekulationen
  • weltweiter Schuldenerlass durch Weltbank und Währungsfond
  • ökologisch verantwortliches Wirtschaften

Ich denke, wir stehen vor der Aufgabe zu begreifen, dass weder die Wirtschaft noch mein privates Vermögenständig wachsen können.
Gerade in Zeiten der Krise können wir lernen, zurück zu stecken und uns genügen zu lassen.

Dieser Gemeindebrief hat das Thema Wirtschaft als Schwerpunkt – verschiedene Autoren haben sich dazu ihre Gedanken gemacht.
Vielleicht spannende und aufrüttelnde Anregungen.

Einen erholsamen Sommer wünscht,





Autor / Quelle: Ihr / Euer Pfarrer Peter Gabriel

Beitrag online bis 26.9.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (26.6.09 - 26.07.09 - ) / 2539 / 230