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Wer sich jede Minute seine Sterblichkeit vor Augen hält, vergisst zu leben.
Wer sich aber für unsterblich hält, ignoriert das Leben.
Es lebt und stirbt sich viel unverkrampfter, wenn wir auch vorher schon mal an den Tod denken.
Und daran, dass der reich ist, der schenkt, der vertraut, der liebt, der teilt.
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4. Oktober 2009 - Erntedank I
Wieder so ein Gleichnis Jesu, das bei genauem Hinhören ein wenig grob wirkt. Wer sammelt schon seine Scheunen voll, wer betet schon seine Seele an …
Oder ist es doch so? In diesem Jahr erleben wir eine ungeheuerliche Geldvernichtung. Als würden Tausende, ja Millionen von Scheunen in sich zusammenfallen. Und als würden gerade die, die wenig haben, nun gar nichts mehr haben. Die modernen Kornbauern sterben zwar nicht über Nacht, aber es ist seltsam still um sie geworden, obwohl sie gewiss noch nicht am Hungertuch nagen müssen.
Dieses sündhafte Festhalten am Eigenen, das doch nur geborgt ist – das geißelt Jesus hier mit Worten, die heute genau so gesagt werden können: Du Narr! Ihr Narren!
Nichts von dem, was ihr sammelt, könnt ihr behalten. Nichts von dem, worauf Ihr da gebaut habt, wird euch bleiben. Aber vor allem: Nichts von dem, was ihr in brüchige, irreale Scheunen gebracht habt, wird eure Seele retten. Und genau so ist es wieder gekommen. Wo sich alles nur noch um das Äußere dreht, verkommt das Innere. Die Seele stirbt zuerst. Aber sie belebt auch zuerst wieder, wenn klar ist, was die Seele wirklich nährt: Das Mitgefühl mit denen, die auf der Strecke bleiben. Fangen wir also damit wieder an.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Becker
Beitrag online bis 15.10.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (1.10.09 - 08.10.09 - ) / 2587 / 206
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