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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Gottes Liebe und die menschliche Gerechtigkeit

Deine Sonne scheint über denen,
die dir nachfolgen.
Das halte ich für gerecht.
Deine Sonne scheint aber auch über denen,
die dir nicht nachfolgen.
Das hältst du für gerecht.





1. November 2009 - 21. Sonntag nach Trinitatis I

Ich bin zunächst einmal dankbar für diese Worte Jesu. Dankbar dafür, dass er sie gesagt hat ohne vorherige Machbarkeitsstudie, ohne Rücksicht auf die sogenannten Sachzwänge und den gesunden Menschenverstand.

Ausgelegt!
Bibelwort: Matthäus 5,38-48

Wie viele gute Ideen werden im Keim erstickt, weil die allgegenwärtigen Bedenkenträger (und ich nehme die in mir selbst dabei nicht aus) schon im Vorfeld sagen: Geht nicht! Kann nicht funktionieren! Braucht man erst gar nicht zu versuchen! Dankbar, weil in solchen Worten ein Stück Himmel, eine andere Wirklichkeit, ungeahnte Möglichkeiten aufleuchten.

Doch wie kann ich mich auf den Weg der Feindesliebe begeben? Der erste Schritt kann sein, mich zu fragen, was den Feind eigentlich zum Feind macht. Eine Frage mit zwei Richtungen. Zum einen kommt der andere in den Blick: Gibt es Gründe für sein Verhalten, die es nicht unbedingt rechtfertigen, aber besser verstehen lassen, sodass ich vielleicht anders darauf reagieren kann? Zum anderen befrage ich mich selbst: Liegen Gründe der Feindschaft auch bei mir? Ängste, Neid, Missverständnisse? Ich gebe zu, nur ein kleiner Schritt. Ich werde dann noch nicht die andere Wange hinhalten, aber ich beginne Feindschaft infrage zu stellen.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Tillmann

Beitrag online bis 12.11.2009 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (29.10.09 - 05.11.09 - ) / 2605 / 185