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Romanische Christusdarstellungen stellen uns recht emotionslos einen entrückten Gekreuzigten vor, der eine fast königliche Ausstrahlung verbreitet. Leicht entdeckt der Beschauer in ihm eine große Nähe zu Gott; als Auferstandener ist er dem Leiden enthoben, hat – wie der Hebräerbrief es ausdrückt – als unser Hohepriester die Himmel durchschritten. Doch zugleich verbindet sich geheimnisvoll der entrückte „Hohepriester“ mit dem, der am Kreuz hängt, der leidet, der „mitleiden kann mit unserer Schwachheit, der versucht worden ist, wie wir“.
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21. Februar 2010 - Invokavit (1. Sonntag der Passionszeit) II
Der Hebräerbrief gehört zu den schwierigsten Schriften, die uns das Neue Testament zu bieten hat. Wir wissen keinen Verfasser, wir können uns nur mühsam eine Gemeinde vorstellen, wir haben oft wenig Kenntnis und Zugang zum Judentum und seinen Gebräuchen.
Ausgelegt! Bibelwort: Hebräer 4,14-16
Aber all dies vereint nun der Hebräerbrief. Er ist an eine Gemeinde gerichtet, die noch immer sehr jüdisch denkt und glaubt und der es darum schwerfällt, neue Begriffe und Glaubensinhalte anzunehmen. Ihr muss Jesus als Hohepriester vorgestellt werden, damit die Menschen, die Hebräer also, eine Vorstellung von der Bedeutung Jesu bekommen können.
Ist das Wort erst einmal gesagt, können auch die Inhalte vermittelt werden: Der Hohepriester Jesus leidet und leidet mit; er ist sogar versucht wie wir Menschen – aber er ist ohne Sünde geblieben. Darum ist er der beste Zugang zu Gott, dem Vater. Wer Jesus kennt und seine Geschichten hört, erhält eine Ahnung vom fremden und oft fernen Gott. Die beste Ahnung von Gott ist auch wieder ein Wort: Gnade. Gott ist Gnade – und was wir erleben und erfahren sollen, dürfen wir unter diesem Wort verstehen. Leben ist Gnade. Wohl denen, die das glauben können. Sie empfangen Barmherzigkeit wie das Kind, das zum Vater zurückkehrt.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Becker
Beitrag online bis 4.3.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (18.2.10 - 25.02.10 - ) / 2714 / 516
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