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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Verklärt bewegt

Die drei Jünger, die den verklärten Jesus auf dem Berg sahen, schwiegen darüber. Aber Menschen haben mehr Ausdrucksformen als nur die Sprache. Wer eine große Liebe erlebt, die das Herz erreicht, wird selbst liebevoller. Wem etwas aufstrahlt, beginnt selbst auszustrahlen. Wer einen Menschen anders erlebt, wird mit ihm anders umgehen. Mag sein, dass die Jünger keinen Ton sagten. Aber sie veränderten sich, nachdem sie Zeugen der Verklärung wurden. Bald danach, so beschreibt es der Evangelist Lukas, fassen sie Mut, sich mit Jesus auf den Weg nach Jerusalem zu machen – und sie geben den anderen Jüngern Kraft. Die Jünger schweigen. Aber sie bewegen etwas, bewegen sich und andere: dahin, wo es ernst wird, dahin, wo das Kreuz wartet.




28. Februar 2010
Zweiter Fastensonntag
Lesejahr C
1. Lesung: Genesis 15,5-12.17-18
2. Lesung: Philipper 3,17 – 4,1
Evangelium: Lukas 9,28b-36

28. Februar 2010 - Zweiter Fastensonntag - Lesejahr C

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht.

Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 9,28b-36

Ich weiß nicht recht, was ich von der Geschichte mit der Verklärung Jesu halten soll. Es entspricht so wenig unserer Realität. Es ist schön, ab und zu mal so richtig verzückt zu sein. Ja, ich glaube sogar, dass wir das immer wieder brauchen. Aber wie Petrus bin ich versucht, mich einzurichten in meinen glorreichen Momenten. Dann meine ich, jetzt müsste doch alles für immer von allein so weiterlaufen und möchte gar nicht mehr herunter in die Niederungen des Lebens. Aber der graue Alltag holt mich schneller wieder ein, als mir lieb ist. Unser Leben ist nun mal nicht makellos weiß, kaum einmal strahlt es in voller Leuchtkraft und die großen Gipfelerlebnisse sind auch selten genug. Unser wirkliches Leben findet im Tal statt. Im Alltag bewährt sich mein Streben, mein Reden, mein Tun. Dort, wo es jeden Tag nur mühsam vorwärts geht und manchmal nach dem Motto, zwei Schritte vor und einen zurück. Das Entscheidende ist, ob wir auch im grauen Alltag noch einen Sinn finden und die Treue halten. Ob die Liebe uns trägt, nicht nur auf dem Gipfel, wo alles strahlend klar ist. Ob wir glauben, hoffen und vertrauen, dass Gott mit uns im Boot ist, auch im dunklen Tal, selbst noch im Scheitern.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Klaus Metzger-Beck

Beitrag online bis 25.3.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (26.2.10 - 04.03.10 - ) / 2719 / 370