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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
Diese Seite als Druckausgabe


In seine Spuren treten

Jesu Spuren zu folgen ist eine ständige Herausforderung – spannend und anstrengend zugleich – und trotzdem hilfreich.

Oft werden mir Jesu Fußspuren zu groß sein und ich werde nicht in der Lage sein, ihm überall hin zu folgen. Manchmal werde ich anderen Spuren folgen, weil sie bequemer erscheinen.

Doch Jesu Spuren lassen mich spüren, dass ich nicht umsonst gehe, dass ich bei allen Widerständen, beim Stolpern und auch beim Hinfallen bei ihm aufgehoben bin.





18. April 2010 - Miserikordias Domini (2. Sonntag nach Ostern) II

„Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie die irrenden Schafe …“ Ein schwieriger Satz.

Ausgelegt!
Bibelwort: 1. Petrus 2,21b-25

Erst recht, wenn ich ihn ins Heute beziehe: Orientierung durch Leid? Welche Orientierung sollte das sein? Carlo Carretto, ein Mitglied der „Kleinen Brüder Jesu“ Charles de Foucaulds, schreibt, dass Gott das Leid nicht einfach aus der Welt nähme, „weil er sich nicht davor fürchtet, dich weinen zu sehen, denn er weiß, was Tränen wert sind.“ Das Leid der Mitmenschen ist der Scheidepunkt unseres Lebens. Wie reagieren wir darauf? Das ist nicht egal, sondern eine zentrale Frage unseres Lebens. Deshalb ergibt es einen Sinn, dass Gott das Leid im Leben lässt, denn gäbe es das Leid nicht, würde Gott selbst uns vormachen, dass Gut und Böse in der Welt dasselbe sind. Carlo Carretto schreibt: „Gott gibt uns den Stachel ins Fleisch, damit wir spüren, was die Welt braucht.“ Leid als Aufgabe. Es erinnert uns daran, dass wir zur Liebe fähig sind. Wenn wir am Leid der Menschen mitleiden, dann hilft unsere Liebe nicht nur den Leidenden, sondern auch uns selbst. Noch einmal Carlo Carretto: „Liebe mehr, damit du weniger leidest.“ Darin ist der Jesus des Karfreitags uns ein Vorbild. Er ist das Leiden Gottes an den Menschen und er überwindet dieses Leiden durch seine Liebe.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Tillmann

Beitrag online bis 29.4.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (15.4.10 - 22.04.10 - ) / 2761 / 307