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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Der Verfasser des Epheserbriefes ist erfüllt vom Geist Gottes, schreibt überschwänglich und begeistert: Rechts und links, oben und unten, überall und in mir selbst fühle ich Gottes Gegenwart! Alles ist durchdrungen von ihm, von seinem Heiligen Geist! Überall heilige Gegenwart! Keinen Ort auf dieser Erde gibt es, an dem Gott nicht zu finden ist!
Der Heilige Geist erfasst Menschen – damals wie heute. Und nicht nur Menschen, die das Wort Gottes verkündigen wie der Apostel. Nicht nur Menschen, die beten und meditieren, um dem Geheimnis Gottes näher zu kommen. Er erfasst auch – oder vielleicht gerade – die Menschen, die noch staunen können über so viel Größe und Liebe, wie zum Beispiel Kinder.





16. Mai 2010 - Exaudi (6. Sonntag nach Ostern) II

Ist das nicht viel zu groß gedacht für mich? Dass ich mit allen Heiligen die Liebe Christi erkenne, die alle Erkenntnis übertrifft und erfüllt werde mit der ganzen Gottesfülle?

Ausgelegt!
Bibelwort: Epheser 3,14-21

Ich, mit meinen Schwächen, meinen Fehlern und meinem manchmal beklagenswert kleinen Glauben. Die rechte Antwort finde ich auch im Predigttext des heutigen Sonntags: „Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater.“ Und mache dabei zwei Erfahrungen: Dass das Knien kein Akt der Unterwerfung ist, sondern ein In-sich-hinein-begeben in die größere Liebe Gottes. Ich muss nicht für alles selbst sorgen, muss mich nicht ständig überfordern, sondern darf mich der Größe Gottes anvertrauen. Das entlastet mich. Die zweite Erfahrung: Im Knien begegne ich Gott auf Augenhöhe; er hat sich schon längst zu uns hinunter begeben, ist Mensch geworden als Kind in einem Stall, ist einen Sklaventod gestorben, gekreuzigt zwischen zwei Verbrechern. Die Gottesfülle, mit der ich erfüllt werde, das ist nicht Macht oder Kraft, sondern Gottes Liebe, grenzenlos, maßlos. Und mit Gottes Hilfe kann ich in dieser Liebe eingewurzelt und gegründet sein. Diese Liebe übersteigt wirklich alles, was ich mir vorstellen kann und dennoch darf ich sie erfahren. Denn Gott kann „überschwänglich tun über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen“.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag, Aachen / Michael Tillmann

Beitrag online bis 27.5.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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